Wörth Wasserstoff-Truck: 1047 Kilometer ohne Tankstopp
Im Kundenzentrum war vor drei Jahren schon einmal ein Modell zu sehen. Bei einer Großveranstaltung namens „Now & Next“ wurden im September 2020 die Zukunftsprojekte des Mercedes-Benz-Lastwagenwerks vorgestellt. Der batterieelektrische eActros und der eEconic werden inzwischen serienmäßig in Wörth gefertigt. Auch beim Brennstoffzellen-Lastwagen GenH2, bei dem flüssiger Wasserstoff als Energieträger eingesetzt wird, ging es jetzt einen Schritt voran.
Mit dem sogenannten „Record Run“ wollte das Unternehmen jetzt zeigen, dass der GenH2 im Fernverkehr wie ein konventioneller Diesellastwagen eingesetzt werden kann. Am Montag waren am Entwicklungszentrum 80 Kilogramm flüssiger Wasserstoff getankt worden, diese befanden sich in zwei seitlich am Fahrgestell montierten Tanks von je 40 Kilogramm. Um eine Temperatur von minus 253 Grad ohne aktive Kühlung zu halten, ist bei den Tanks eine besondere Isolierung notwendig. Bei Unfällen sei das Risiko aber nicht höher, als bei konventionellen Trucks, da der Wasserstoff über ein Ventil entweichen könne.
Der Antrieb erfolgte über ein Brennstoffzellensystem von Cellcentric. Das Joint Venture der Daimler Truck AG und der Volvo Group AB wurde am 1. März 2021 gegründet. Geschäftsführer ist Matthias Jurytko, der vorher als Standortleiter des Lastwagenwerks Wörth tätig war. Zum weiteren Zeitplan sagte Entwicklungschef Rainer Müller-Finkeldei, dass man die Serienreife des Trucks für die zweite Hälfte des Jahrzehnts anstrebe.