Kommentar
Wünschen ja, nur nicht alles

Die Westheimer haben Lust, ihr Dorf zukunftssicher zu machen. Bei der Auftaktveranstaltung war das spürbar. 50 Bürger kamen. Ein guter Einstieg! Auch über die Rücklaufquote der Fragebögen und „die detaillierten Rückmeldungen“ ist Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) „sehr erfreut“. Ihr, aber auch den Bürgern ist klar, dass nicht alle Wünsche umgesetzt werden können. Es mangelt an Geld. Und für bestimmte Themen wie den Verkehr ist die Gemeinde nicht allein zuständig.
Bürger sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen und Visionen äußern. Ja, Geld ist wichtig und die Kommune verschuldet. Billiger wird es künftig aber sicher nicht. Es gibt Zuschüsse. Und die Kreditzinsen sind jetzt auf Niedrigniveau. Da in die Zukunft der Kommune investiert wird, sollten maßvolle Kredite kein Problem für die Kommunalaufsicht sein. Klar ist: Wenn ein Dorf ausblutet, nutzt es niemandem – schon gar nicht den Finanzen. Gut: Der Vorschlag eines Bürgers, für bestimmte Projekte Unternehmer zu finden, die Geld spenden. Einige Vorhaben sind sicher auch schnell, günstig, vielleicht in Eigenleistung umsetzbar. Andere dauern länger. Bürger fürchten aber offenbar, dass der Gemeinderat die meisten Ideen abschmettern könnte. „Alle Ratsmitglieder sind Dorfbewohner. Wir wollen nichts ausbremsen. Wir wollen, dass Westheim weiter vorankommt, noch liebenswerter wird“, beruhigte Beigeordneter Sascha Gießler (FWG). Das klingt gut: Bürger, Gemeindespitze und Rat müssen zum Wohle Westheims an einem Strang ziehen. Klar ist auch: Bürger, die sich an der Dorferneuerung nicht beteiligen, müssen hinterher still sein.
