WESTHEIM
Dorf wird für Zukunft fit gemacht
Die Westheimer leben gerne in „ihrem“ Dorf und lieben „ihren“ Wald. Das hat eine Umfrage zur Dorferneuerung ergeben. 131 der 695 Haushalte (rund 19 Prozent) haben sich daran beteiligt, neben Positivem auch Negatives benannt und viele Wünsche geäußert. Jetzt folgen Ortsrundgänge und Workshops, um die Kommune fit für die Zukunft zu machen.
Gute Seiten
Die Ergebnisse der Fragebogen-Aktion stellte Diplom-Ingenieurin Silke Neu vom Büro Plankultur aus Landau beim Auftakt der Dorfmoderation vor. Was schätzen die Bürger an ihrem Ort? Die Ruhe, die Überschaubarkeit, die familiäre Atmosphäre, die Nähe zu Natur, Wald und Feld, den Zusammenhalt, das „Dorflädl“, die gute Anbindung an die B 9 und Veranstaltungen wie das Open-Air-Kino. Zufrieden sind die Westheimer aber auch mit dem Angebot an Kita-Plätzen, den Betreuungsmöglichkeiten für Grundschüler, den Spielmöglichkeiten für Kinder, dem sehr schönen Ortsbild mit prägender Bausubstanz sowie den vorhandenen Aufenthaltsflächen und Vereinen.
Schlechte Seiten
Handlungsbedarf wegen vorhandener Mängel sehen die Bürger bei Waren des täglichen Bedarfs, Dienstleistung und Handwerk, dem Zustand der Fußwege, den örtlichen Radwegen, der Parkplatzsituation, dem Verkehr und dem Angebot beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Verbesserungsbedarf gibt es zudem bei Freizeitangeboten außerhalb von Vereinen, betreuten Wohnformen und der Tagespflege für Senioren, beim Jugendtreff, bei Treffpunkten für Jugendliche, der Jugendarbeit in Vereinen, dem Gastronomie-Angebot sowie in der Außenwirkung des Dorfes. Und wo gibt es gravierende Mängel, also dringenden Handlungsbedarf? Bei Gesundheitseinrichtungen sowie der alltäglichen Unterstützung und den Versorgungsmöglichkeiten für Senioren.
Kritisch äußern sich die Einheimischen auch darüber, dass ein Supermarkt fehlt, Autofahrer Radwege als Abkürzungen nutzen, Parkboxen eine Gefahr für Radler darstellen, es zu viele Dauerparker auf öffentlichen Stellplätzen gibt und der Schwerlastverkehr ein Problem ist. Die Bürger sehnen sich neben einem Supermarkt nach einem Hausarzt, einer Apotheke, einem Friseur, einer Fußpflegerin und würden längere Öffnungszeiten und mehr Produkte im Dorflädl begrüßen.
Ein umstrittener Wunsch
Ein im Dorf umstrittener Wunsch: den Hirschgraben für den Verkehr freizugeben, um einen kurzen Weg nach Lingenfeld zu haben. Generationenübergreifende Angebote, Tempo 30 im ganzen Ort, einen Radweg nach Schwegenheim, mehr Parkplätze vor Metzgerei, „Dorflädl“ und Kirche und einen Bahnhaltepunkt würden die Bürger wie auch eine Ganztagsschule, erweiterte Kita- und Hort-Öffnungszeiten, mehr Freizeitangebote, mehr Treffpunkte für Jugendliche, mehr Bauplätze sowie mehr Mietwohnungen und alternative Wohnformen begrüßen. Auch über eine bessere Bustaktung, bessere Pflege der Plätze und Grünanlagen sowie Ruhebänke an Gehwegen würden sie sich freuen. Leerstehende Gebäude sollten saniert oder abgerissen, die Innenentwicklung gestärkt und Ortseingänge begrünt und geschwindigkeitsreduzierend gestaltet werden. Hinweistafeln sollten zudem über historische Gebäude informieren.
Weitere Wünsche: ein gut bürgerliches Restaurant (Dorfkneipe), Hofcafé, Wasserspielplatz, Outdoor-Fitnessgeräte, Erweiterung von Vereinsangeboten, Dorf- oder Weinfest, Dorfrallye, Skaterpark, Partnerschaften besser pflegen, mehr Engagement von Neubürgern, Thema Kunst aufgreifen, Beschilderung optimieren, Rundwege im Wald ausweisen, Eh-da-Flächen besser bepflanzen, Verbot von Steingärten, Neuversiegelung reduzieren, regenerative Energien fördern.
Ein Appell
Laut Silke Neu liegt der Fokus der Dorferneuerung „auf Maßnahmen, die vor allem die Ortskerne stabilisieren und stärken“. Alle Bürger hätten nun die Möglichkeit, die Zukunft Westheims aktiv mitzugestalten“, betonte sie. Auch Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) appellierte: „Es lohnt sich! Seien sie dabei! Machen Sie mit! Sie haben die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen.“
INFO
- Samstag, 6. November, 14 Uhr, ab Bürgerhaus: Rundgang zu den Themen Bauen, Wohnen und Leben im Ort
Samstag, 13. November, 14 Uhr, ab Bürgerhaus: Rundgang zu den Themen Verkehr und Infrastruktur
Samstag, 20. November, 14 Uhr, ab Bürgerhaus: Rundgang zu den Themen Freizeit, Kultur und Vereinsleben
Montag, 17., 24. und 31. Januar, jeweils 19 Uhr, im Bürgerhaus: Workshops
- Kinder und Jugendliche werden mit einem interaktiven Fragebogen beteiligt