Kreis Germersheim Wörth: Zuchtanlage wird als Zoo anerkannt

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Die Geflügelzuchtanlage in Wörth wird als Zoo deklariert. Damit gelten andere Vorgaben, falls sich wieder Tiere mit dem Vogelgrippevirus infizieren.

Knapp 800 Vögel quaken, schnattern und kreischen derzeit auf der Anlage des Wörther Geflügelzuchtanlage. Die große Krise von Anfang des Jahres ist offensichtlich überstanden: Damals hatten die Wörther Geflügelzüchter knapp fünf Monate lang auf der Anlage die Stallpflicht einhalten müssen (wir berichteten mehrfach). Nachdem Anfang Januar in sieben Proben ein Vogelgrippevirus nachgewiesen wurde, mussten 540 Tiere in geschlossenen Ställen untergebracht werden. Zuvor stand sogar die Keulung der Tiere im Raum. Der Verein konnte die notwendige Rundum-Versorgung nur dank engagierter Mitglieder und einer großen Unterstützungs- und Spendenwelle vor Ort und in den sozialen Netzwerken stemmen. Anfang Mai durften die Vögel wieder an die frische Luft. Kurz danach beantragte Joachim Gottschang, Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins, die Umwandlung des Vereinsgeländes in einen anerkannten Zoo. Denn der Verein wurde bisher als „Geflügelbetrieb“ kategorisiert und musste entsprechend strenge Vorgaben einhalten, als die niedrig-pathogenen Viren entdeckt wurden. Doch für als Zoo deklarierte Vogelparks gelten andere Spielregeln. Den Antrag auf die Genehmigung als Zoo hatte Gottschang gemeinsam mit dem Wörther Bürgermeister Dennis Nitsche geschrieben und bei der Kreisverwaltung Germersheim eingereicht. Entsprechend groß war die Freude auf beiden Seiten, als am 15. September die „Genehmigung zum Betrieb eines Zoos“ erteilt wurde. „Die Anlage hat für die Bevölkerung erhebliche Bildungs- und Freizeitfunktion“, betont Bürgermeister Nitsche. Durch den Status als Zoo könnte nun eine Massenkeulung dauerhaft ausgeschlossen werden. Gottschang seinerseits ist voll des Lobes für die Unterstützung von Seiten der Stadt. Die Anlage müsse nun „nach und nach“ umgebaut werden, kündigte Gottschang an. Die Nandus sollen ein größeres Gehege bekommen, das sowieso schon teilweise überdacht ist. So soll es im Zweifel beim nächsten Virenfund möglich sein, die großen Laufvögel mit möglichst wenig Einschränkungen für die Tiere aufzustallen. Auch der große Teich im Herzen der Anlage soll eine Stahlkonstruktion erhalten und komplett überspannt werden. Diese könnte notfalls mit einem Maschendraht umzäunt und in ein großes Gehege für die Wasservögel verwandelt werden. „Im Verdachtsfall soll man mit Maß und Ziel vorgehen“, mahnt Gottschang. Im Januar musste der Teich kurzfristig leer gepumpt werden, die Vögel mussten in mit Planen abgedeckten Ställen leben. Trotz aller Widrigkeiten waren nach dem Ende der Stallpflicht viele Nachzuchten erfolgreich. Statt 540 tummeln sich derzeit über 800 Tiere auf der Anlage, so Gottschang. Zirka 30 Arten seien dem Rassegeflügel zuzurechnen, etwa 70 Arten den Wildvögeln, also dem Ziergeflügel, so Gottschang. Der Schwerpunkt soll zukünftig auf bedrohten oder schützenswerten domestizierten Rassen sowie wildlebenden Wasservögeln liegen. „Eiderente, Kaisergans, Pfeifgänse, Baikalente“, zählt Gottschang einige Arten auf. Der Verein wolle dann vielleicht auch an Auswilderungsprojekten teilnehmen. Ein weiterer Schwerpunkt: Tafeln sollen besser über die Tiere in der Anlage informieren. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen verstärkt werden, kündigte Gottschang an.

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