Kreis Germersheim Wörth: Warum vor der Sanierung der Rheinbrücke eine Probeplatte gegossen wird
Eine Platte aus hochfestem Beton soll die Lebensdauer der Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe um mehrer Jahrzehnte erhöhen. Aber bevor die Sanierung (Kosten: 12 Millionen Euro) beginnt, werden Muster- und Probeplatten gegossen. „Wir wollen die Sicherheit haben, dass die Mannschaft, die vor Ort den Beton aufträgt, nachweist, dass sie das auch kann“, begründet Jürgen Genthner vom Regierungspräsidium Karlsruhe diesen ungewöhnlichen Aufwand.
Dieser Nachweis ist allerdings im ersten Anlauf nicht gelungen. Weil die Betonqualität nicht stimmte, verschiebt sich der Baubeginn um vier Wochen auf Anfang September (die RHEINPFALZ berichtete). Durchgefallen ist damit aber nicht das Verfahren. Es wurde zwar bei großen Brücken in Deutschland noch nicht angewandt, so Genthner. Er verweist aber auf eine Brücke zum Rotterdamer Containerhafen, die bereits erfolgreich mit hochfestem Beton saniert wurde – eine Brücke übrigens mit deutlich höherer Verkehrsbelastung als die Rheinbrücke.
Material muss stimmen
Bei den Probeplatten geht es nicht alleine um die Fähigkeiten der Betonbauer. Auch das Material muss stimmen. Denn beim hochfesten Beton muss genau auf die Rezeptur geachtet werden. Kleinere Abweichungen im Materialmix, die bei normalen Beton nicht ins Gewicht fallen, können hier entscheidend sein, so Genthner. Deshalb wurde für die Sanierung der Rheinbrücke Wörth/Karlsruhe vor Ort eine eigene Mischanlage aufgebaut. Nur so können am Ende die entscheidenden Parameter erfüllt werden. Genthner nennt hier neben der Druckfestigkeit den Verbund zwischen Stahlplatte und Betonschicht.
Vor Ort gegossen
Gegossen wird die Probeplatte ebenfalls vor Ort. Das Areal befindet sich gleich neben der Rheinbrücke, zwischen dem Karlsruher Jachthafen und der Südtangente. Dort ist genügend Platz, denn die insgesamt 200 Quadratmeter große Platte wird genauso breit sein wie die Fahrbahn auf der Brücke, so Genthner. Der Platte werden nach Fertigstellung 20 bis 30 Proben entnommen. Die Rheinbrücke Wörth/Karlsruhe wurde 1966 in Betrieb genommen. Damals lag das Verkehrsaufkommen bei etwa 18.000 Autos am Tag. Heute fahren täglich weit über 80. 000 Fahrzeuge die Brücke.