Kreis Germersheim Wörth: Gratis mit Stadtbahn fahren
Die Stadt Wörth prüft die Einführung eines kostenfreien öffentlichen Personennahverkehrs als Modellversuch in der Zeit der Ertüchtigung der Rheinbrücke Wörth-Karlsruhe. Dies teilte die Stadtverwaltung gestern auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Sie habe daher den Karlsruher Verkehrsverbund um Prüfung der dadurch entstehenden Kosten gebeten. Um Unterstützung angefragt seien das Bundesumweltministerium und die Landesregierung Rheinland-Pfalz.
Bereits seit Ende 2017 – und damit deutlich vor der aktuellen politischen Diskussion um eine Kostenfreiheit des öffentlichen Personennahverkehrs – stehe die Stadt Wörth im Kontakt mit dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) über eine modellhafte Weiterentwicklung des lokalen Verkehrskonzepts, teilte die Stadtverwaltung mit. Vor dem Hintergrund anstehender Ertüchtigungsmaßnahmen an der Rheinbrücke Wörth-Karlsruhe (ab Sommer 2018), die absehbar zu regionalen und überregionalen Verwerfungen im Straßenverkehr führen werden, stelle die Stadt Wörth auch Überlegungen zur Weiterentwicklung des ÖPNV an.
Grundlegender Systemwandel als Option
Neben Verbesserungen der Anzahl und Kapazität der Verbindungen zur Bewältigung der konkreten Krisensituation (in Verantwortung des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr ZSPNV) sei ein grundlegender Systemwandel im öffentlichen Nahverkehr aus Sicht der Stadt Wörth eine überlegenswerte Option, so die Stadtverwaltung. Für Wörth sei ein kostenfreier ÖPNV ein zentraler Beitrag zur Mobilitätswende, zum Klimaschutz, zur nachhaltigen Reduzierung der Verkehrsbelastung von Ballungsräumen, zur Reduzierung von klima- und gesundheitsschädlichen Emissionen sowie zur Entlastung von innerstädtischen Bereichen von parkenden und fahrenden Autos. Die Überlegungen zur Finanzierbarkeit seien derzeit noch nicht abgeschlossen. Neben der Kostenfreiheit würden auch Abgabendeckung oder äußerst preisgünstige Fahrpreise in Erwägung gezogen.
Bitte an Umweltministerium um Unterstützung
Die Stadt Wörth habe in einem Schreiben an das Bundesumweltministerium das Interesse der Kommune artikuliert, zur Modellregion zur Erprobung und Evaluierung eines kostenlosen ÖPNV zu werden, und um Unterstützung gebeten, so die Stadtverwaltung. Ebenso habe sich die Stadt Wörth an die Landesregierung gewandt, ebenfalls mit der Bitte um konzeptionelle und finanzielle Unterstützung des Vorhabens. „Ich bin zutiefst der Überzeugung, dass ein grundlegender Wandel der Mobilität zwingend erforderlich ist“ wird Wörths Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) zitiert. Und: „Hierzu sind mutige Entscheidungen zu systemverändernden Maßnahmen unerlässlich. Ohne diesen Mut ist weder die Klima- noch die Mobilitätswende erreichbar.“ Die Stadt Wörth beabsichtige, die Kostenfreiheit des ÖPNV in der Zeit der Rheinbrückenertüchtigung modellhaft zu erproben und bei positiven Erfahrungen die dauerhafte Einführung zu prüfen. Voraussetzung hierfür seien die Unterstützung des Bundes, des Landes sowie des Stadtrates.