Kreis Germersheim Wörth: Bürgermeister reagiert auf CDU-Vorwürfe zu Baugebietsplanungen

Umstritten: Das Ufer des Baggersees unmittelbar hinter dem Wörther Bahnhof soll bebaut werden – mit Sportanlagen oder Betrieben.
Umstritten: Das Ufer des Baggersees unmittelbar hinter dem Wörther Bahnhof soll bebaut werden – mit Sportanlagen oder Betrieben.

Ein neues Baugebiet auf dem Stadion-Gelände kann ersten Schätzungen zufolge bis zu 25 Millionen Euro bringen, reagiert der Wörther Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) auf den Vorwurf der CDU, er spekuliere mit nicht vorhandenen Geldern.

„Im Auftrag und mit Billigung des Stadtrates haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich als Bürgermeister in Zusammenarbeit mit drei Planungsbüros intensiv an ersten Vorentwürfen für die Entwicklung des Dorschbergs sowie für die Nutzung des Schauffele-Areals als Sportgelände sowie als Gewerbegebiet gearbeitet“, so Nitsche in einer Stellungnahme. Diese Informationen wurden am Dienstag, 28. November, den Fraktionsvorsitzenden vorgetragen. Die Unterlagen sollen in den nächsten Tagen öffentlich gemacht werden. Aus den Unterlagen sei klar erkennbar, dass die Untersuchungen gründlich erfolgt seien, so Nitsche. Die Vorwürfe des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Weber seien daher aus Sicht des Bürgermeisters und der Verwaltung nicht nachvollziehbar.

Bis zu 25 Millionen Euro Einnahmen

Zur finanziellen Dimension der Dorschbergentwicklung wie auch der alternativen Nutzungen für das Schauffele-Gelände können derzeit noch keine Angaben gemacht werden, so Nitsche weiter. Die hierfür notwendigen Entscheidungen seien noch nicht gefallen: Umfang der Anlagen, Bau einer Halle oder keiner Halle, Ausstattungsgrad und anderes. Grundsätzlich sei zur Finanzierung der Verlagerung der Sportstätten eine Refinanzierung durch die Verwertung der dann verfügbaren Flächen auf dem Dorschberg (63 Hektar) vorgesehen. Erste grobe Abschätzungen der Planungsbüros haben ergeben, dass mit Einnahmen von bis zu 25 Millionen Euro gerechnet werden könne. Überschlägig gehen Nitsche und die Stadtverwaltung davon aus, dass diese Summe für die Erstellung der Sportanlagen ausreichend sein wird. „Allerdings ist die konkrete Höhe der Einnahmen abhängig von der Dichte der Bebauung – wie auch die Ausgaben abhängen von der konkreten Gestaltung des Schauffele-Geländes“, so Nitsche. Besondere finanzielle Aufwendungen würde bekanntermaßen die Nutzung als Industriegebiet mit sich bringen (Gründung, Erschließung, grundsätzliche Genehmigung durch die Landesplanung), sodass nur geringe Grundstückspreise zu erzielen sind. Hierüber seien Weber und die anderen Fraktionsvorsitzenden ausführlich informiert worden. „Die Planungsbüros haben klar die städtebaulich wertvollere Variante der Sportnutzung auf dem Schauffele-Gelände empfohlen“, so der Bürgermeister. Aus seiner persönlichen Sicht ergänzt Nitsche, es sei sehr enttäuschend, wie die CDU-Fraktion und Weber entgegen allen Beteuerungen zu kooperativer Zusammenarbeit öffentlich agieren und einen konstruktiven Arbeitsprozess durch nicht haltbare Äußerungen konterkarieren. Das Schauffele-Gelände eröffne der Stadt Wörth einzigartige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung – „dies bestätigen uns alle Planungsbüros unisono“. Er halte es persönlich für nicht verantwortbar, diese Perspektive nicht mit Nachdruck zu verfolgen, so Nitsche. Leider vermittele Weber den Eindruck, dass ihm ein kleines Gewerbegebiet wichtiger ist als die Entwicklung der Stadt. Das sei bedauerlich, insbesondere da es bereits Überlegungen im Verbund mit der Stadt und der Verbandsgemeinde Hagenbach zur Entwicklung eines deutlich größeren interkommunalen Gewerbegebiets gebe.

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