Kreis Germersheim Vorerst wieder Taschenrechner statt Tablet

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Wörth. Sechs Wochen lang wurde im Mathematik-Leistungskurs der 11. Klasse des Europa-Gymnasiums Wörth (EGW) intensiv mit Tablets gearbeitet. Neben der Lösung von mathematischen Problemstellungen wurde die Zeit auch als Testphase dafür genutzt, wie man die portablen Geräte sinnvoll in den Unterrichtsalltag einbinden kann.

„Es ist echt schade, dass wir die Tablets wieder zurückgeben müssen“, sagt Tanja Ruppenthal. Die Schülerin des Mathematik-Leistungskurses der 11. Klasse des EGW bedauert sehr, dass fortan wieder der Taschenrechner als Hilfsmittel herhalten muss. Ihre Projektgruppe beschäftigte sich in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Schwingungen, die anhand einer mathematischen Funktion dargestellt werden sollten. Schon zu Beginn der Ergebnispräsentation wird deutlich: Ohne Computerunterstützung wäre eine derart präzise Lösungsdarstellung unmöglich. Auf der weißen Leinwand, die von einem Beamer angestrahlt wird, erscheint nämlich ein Koordinatensystem, durch das sich eine Kurve mit schier endlos vielen Windungen schlängelt. Wo früher mit Hilfe von Geodreieck und Kurvenlineal mühsam gezeichnet werden musste, reicht heute die Eingabe der Funktionsvorschriften. Per Knopfdruck erscheint dann die gewünschte Grafik. Die Berechnungen seien mit dem Tablet wesentlich einfacher gewesen als ohne, sagt Ruppenthal. „Auch die Darstellung der Graphen war viel schneller und besser zu bewerkstelligen“. Noch deutlicher wird der Lehrer des Kurses, Marcus Rutz-Lewandowski: „Ohne die Tablets wäre ein solches Projekt überhaupt nicht machbar gewesen.“ Probleme im Umgang mit den Tablets gab es laut Ruppenthal nur zu Beginn. „Am Anfang wusste man nicht immer, welche Apps man für bestimmte Dinge benutzen muss“, sagt sie. Aber das habe sich schnell gelegt, sodass die Arbeit reibungslos ablief. Auch was das hohe Ablenkungspotenzial betrifft, sieht Ruppenthal keine Schwierigkeiten. „Die Spielereien werden schnell langweilig“, sagt sie. Rutz-Lewandowski zieht nach den sechs Wochen intensiver Tablet-Arbeit ein positives Fazit. „Ich bin echt begeistert von den Ergebnissen, die die Gruppen präsentiert haben.“ Er könne sich vorstellen, dass der Unterricht in Zukunft so ähnlich aussehen könnte, wie er nun erprobt wurde − mit Abstrichen. „Es wird wohl ein Mittelding zwischen dem Taschenrechnereinsatz und dem exzessiven Einsatz der Tablets während der letzten Wochen werden“. Bis es aber so weit ist, sind noch einige Dinge zu klären und gewisse Voraussetzungen zu schaffen. So müsste beispielsweise die ganze Schule mit WLAN ausgestattet sein und jeder Schüler ein Tablet besitzen. Die vorrangige Frage sei, wie man das finanzieren könne, sagt Rutz-Lewandowski. „Schauen wir mal, wie es in Zukunft weitergeht“. Zunächst einmal heißt es aber für den Mathekurs jedenfalls wieder: Taschenrechner statt Tablet.

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