Wochen-Spitzen
Von Verlässlichkeiten
Matthias Joa: Extrem ängstlich?
Der Landtagsabgeordnete Matthias Joa aus Westheim ist aus der AfD ausgetreten, wegen der Rechtsextremen. Daraus folgt: Joa ist kein Rechtsextremer. Aber er scheint extrem ängstlich: Die Entwicklung in Afghanistan beispielsweise macht ihm richtig Sorgen. Warum? Das hat er am 14. August auf seiner Facebook-Seite erklärt: „Es können Millionen werden: Sollte sich der afghanische ,Flüchtlingsstrom wieder verstärkt in die EU, und damit letztlich nach Deutschland ergießen, sind die Folgen unabsehbar. Bereits jetzt ist die kulturelle Verdrängung der Einheimischen in vollem Gange. (...) Wir werden vom Islam kolonisiert. (...) dass die islamisch-asiatisch-arabischen Horden am Ende dieses Land besiedeln + es sich Untan (sic!) machen.“
Eine Sorge vieler Menschen braucht Joa aber in wenigen Jahren nicht mehr zu teilen: Wenn er wie angekündigt sein Landtagsmandat behält, hat er mit dem Ende der laufenden Legislaturperiode einen Anspruch auf eine Altersversorgung ab dem 60. Lebensjahr. Das dürften dann gut über 2000 Euro im Monat sein.
Das Geld braucht Joa allerdings auch dringend. Denn er fürchtet, dass Deutschland „sich ab 2040/2050 zur Multikulti-Hölle mit islamischen Herrschaftsanspruch verwandeln wird, bei dem der deutschen Minorität am Ende nur die Auswanderung bleibt. Zumindest für die, die es sich noch leisten können.“ – Kein Wunder also, dass Joa ein Problem mit Rechtsextremen hat: so als Auswanderer in spe ist er ja selbst schon ein halber Flüchtling ....
Fahrzeuge: Bis dass der TÜV uns scheidet
Die einen ersetzen ihren fahrbaren Untersatz nach wenigen Jahren durch einen neuen. Andere nutzen ihn „bis dass der TÜV uns scheidet“. Letzteres ist der Gemeinde Bellheim jüngst bei nicht nur einem Fahrzeug des Bauhofs passiert. Ist das nun nur sparsam oder auch nachhaltig? Oder anders gefragt: Was ist besser für die Umwelt? – Sei’s drum. Der Beigeordnete Hermann Josef Schwab legte dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung ans Herz, dass man sich bitte nicht wundern möge, wenn in Kürze höhere Ausgaben für den Bauhof anfallen. Drei neue Fahrzeuge werden benötigt: Ein 17 Jahre altes Gefährt sei vom TÜV bei der Prüfung umgehend stillgelegt worden. Einem in die Jahre gekommenen Gabelstapler widerfuhr das gleiche Schicksal bei der Überprüfung durch einen Gutachter. Und ein 20 Jahre altes Großfahrzeug soll durch einen Traktor ersetzt werden. – Nun besteht, im Hinblick auf die langen Laufzeiten, die Chance, mit den neuen Fahrzeugen die aktuellen Anforderungen mehr als zu erfüllen.
Textbaustein: Nicht gelöscht
Darf die Braun´sche Stiftung an der Hauswand ihres Seniorenheims eine Leuchtschrift mit ihrem Namen und am Haupteingang ein Hinweisschild anbringen? – Darüber hatte der Rülzheimer Gemeinderat zu entscheiden. Eine einfache Sache: Da sich dieses Vorhaben „nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die nähere Umgebung einfügt“, wie es im bürokratendeutsch heißt, hatte die Verwaltung in ihrem Beschlussvorschlag keine Bedenken erhoben. Im Nachfolgesatz hieß es dann aber, das Vorhaben füge sich nicht in die bauliche Nutzung ein, daher könne nicht zugestimmt werden. Die Ratsmitglieder wollten schon kommentarlos die Hand zur Zustimmung heben, da fragte Ratsmitglied Sandra Jäger (Grüne), was nun richtig sei: Zustimmung oder Ablehnung? Bauamtsleiter Sascha Schäffner erklärte, natürlich solle die Gemeinde zustimmen, bei der Begründung eines Versagens handele es sich offensichtlich um einen Kopierfehler. Bei der Erstellung der Sitzungsvorlage sei dieser Baustein der Textverarbeitung versehentlich nicht gelöscht worden. Dies habe die Verwaltung übersehen. Es sei eben immer gut, „wenn Ratsmitglieder die Sitzungsunterlagen aufmerksam lesen“.
Ein schönes Wochenende,
Andreas Lapos, Michael Gottschalk und Rudi Hoffmann