Kreis Germersheim „Virtuelles Heim“ mitten in der Stadt

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Ein möglichst normales Leben führen: Das klingt für die meisten Menschen wenig spektakulär. Für Menschen mit psychischer Erkrankung ist es ein Wunschtraum, den sie sich oft nicht selbst erfüllen können. Das Pfalzklinikum in Klingenmünster will ihnen diesen Traum mit einem neuen Teilhabezentrum in Wörth erfüllen.

„Chronische psychische Erkrankungen können so einschränkend sein, dass die Menschen nicht mehr allein leben können“, erklärt Lena Kuntz. Sie ist Beauftragte des Projekts „Betreuen – Fördern – Wohnen“ und damit zuständig für die Eingliederungshilfe der Erkrankten. Damit sie ein möglichst normales und selbstständiges Leben führen und damit auch am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, sollen 20 Bewohner in Einzelappartements sowie in Zweier- und Dreier-Wohngemeinschaften leben. Alle Wohnungen sollen in der Nähe des Stützpunktes liegen. Hier findet der Großteil des gesellschaftlichen Lebens statt. 10 bis 15 Fachkrankenpfleger, Heilerziehungspfleger und Ergotherapeuten unterstützen die Bewohner in der Begegnungsstätte. Dort finden die „tagesstrukturierenden Maßnahmen“ statt, wie Kuntz sie nennt. „Die Bewohner haben zum Beispiel die Möglichkeit, am Stützpunkt des Teilhabezentrums zu essen oder gemeinsam zu kochen.“ Alle Angebote sind freiwillig. Wollen die Bewohner lieber in ihrem Appartement bleiben, werden sie von den Betreuern drei Mal täglich besucht. Kuntz beschreibt die Wohnform als „virtuelles Heim“. Es gebe kein zentrales Haus, sondern jeder lebt sein eigenes Leben und wird dabei unterstützt. Bisher wohnen die beeinträchtigten Menschen in den Räumen des Teilbereichs Eingliederungshilfe des Pfalzklinikums. Das große Problem: „Allein durch die Lage des Klinikgeländes ist für die Bewohner ein selbstbestimmter Alltag nicht möglich“, sagt Kuntz. „Ein Bäcker ist da zum Beispiel schon sehr schwer zu Fuß zu erreichen“. Aus diesem Grund gebe es bereits seit Ende vergangenen Jahres ein erstes Teilhabezentrum in Bellheim (wir berichteten). 20 beeinträchtigte Menschen zogen damals nach Bellheim und damit in die Selbstständigkeit – für die Mitarbeiter von „Betreuen – Fördern – Wohnen“ ein erfolgreiches Modell, das nun auf den Standort Wörth ausgeweitet werden soll. Derzeit ist das Pfalzklinikum auf der Suche nach geeigneten Appartements, möglichst in der Nähe des Stützpunktes in der Forlacher Straße. Passende Immobilien zu finden, die das Pfalzklinikum langfristig mieten möchte, sei schwierig, bestätigt Kuntz. Auf lange Sicht soll das Teilhabezentrum vor allem Menschen aus dem Einzugsgebiet Wörth und Umgebung beherbergen. Damit für sie ein normales Leben in ihrer normalen Umgebung möglich ist. |vku

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