Kreis Germersheim Viele Visionen für den Dorschberg

Das Gesicht des Dorschbergs wird sich in den kommenden Jahren dramatisch verändern.
Das Gesicht des Dorschbergs wird sich in den kommenden Jahren dramatisch verändern.

Als ein „Projekt, dass das Gesicht des Dorschbergs für Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte prägen wird“ bezeichnet Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) die Planungen am Dorschberg. Wie berichtet, soll dort Wohnraum für etwa 2000 Menschen geschaffen werden. Damit verbunden ist die Umgestaltung des Schauffele-Geländes (die RHEINPFALZ berichtete). Bei einer Einwohnerversammlung am Dienstag wurden ersten Ideen und Visionen vorgestellt. Das Interesse der Bürger ist groß.

Die Bedeutung des Projekts sei nicht hoch genug einzuschätzen, zeigte sich Bürgermeister Dennis Nitsche vor etwa 200 Bürgern, darunter viele Kommunalpolitiker, in der Festhalle überzeugt. Denn Wörth muss Wohnraum schaffen und so sollen am Dorschberg etwa 750 Wohneinheiten entstehen, in denen 1500 bis 2000 Menschen leben können. Alternativen zum Dorschberg als Baugelände fehlen in der Stadt, Wörth boomt und der Zuzug ebbt nicht ab. Gefragt sind neben den „klassischen“ Einfamilienhäusern vor allem Wohnungen für junge Leute und für Senioren. Diese müssen altersgerechet gestaltet sein und in der Nähe zu Supermärkten und Ärzten liegen. Nach monatelangen Planungen und Gesprächen waren am Dienstag erste mögliche Gestaltungs-Entwürfe zu sehen. Erstellt wurden sie von Studenten der Architektur und Stadtquartiersplanung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). „Es geht nicht darum, nur ein paar Häuser hinzustellen“, verdeutlichte Professor Markus Neppl. In Wörth handele es sich nicht um eine Stadt mit „klassischer Stadtmitte“, sondern um ein „Netzwerk aus Ortschaften, Landschaft und Industrie“. Unter anderem ging es um die Frage, was konkret gebaut werden soll. Eine große Herausforderung waren die „unterschiedlichen Nachbarschaften“. Gemeint ist die Bebauung mit Einfamilienhäusern auf der einen und massiven Wohnblöcken auf der anderen Seite. Dazu kommen die öffentlichen Gebäude, derzeit noch die Sportanlagen und Geschäfte in dem Gebiet. Die ÖPNV-Anbindung bezeichnet Neppl als vorbildlich, schwierig sei der Umgang mit vielen „unklaren“ Flächen, wie großen Plätzen am Rathaus oder der Festhalle. Entstanden sind unterschiedliche Entwürfe, in denen viel Grün zu sehen ist. „Es ist auf jeden Fall eine Weiterentwicklung der Stadt“, zeigte sich Neppl überzeugt. Ähnlich äußerte sich auch Detlef Lilier von der Firma Firu, der die Planungen auf dem Schauffele-Gelände vorstellte. Wie bereits bekannt, hat der Stadtrat beschlossen, dass das Stadion auf dem Dorschberg an den Schauffele-See hinter dem Bahnhof verlegt werden soll. In dem gezeigten Vorschlag befinden sich das neue Stadion sowie Fußball- und Tennisplätze im Westen des Geländes. Dort ist auch die Errichtung eines „Haus der Vereine“ mit Sanitäranlagen und Gastronomie denkbar. In der Mitte des knapp 16 Hektar großen Areals könnten eine Dirt-Bike-Anlage, Spielplätze und ein Freiluft-Trainingsbereich entstehen. Planungen aus dem See ein Badegewässer zu machen gibt es dagegen nicht. Auch ein Grillplatz, eine Joggingstrecke und die Möglichkeit, größere Veranstaltungen auszurichten, finden sich. Der östliche Teil dagegen unterliegt strengen Umweltschutzauflagen, da dort seltene Vögel ihre Brutstätten haben. Dieser Bereich kann nicht entwickelt werden – die Stadt Wörth muss für einen Schutz der Flora und Fauna vor allzu neugierigen Spaziergängern sorgen. Eine besondere Herausforderung sieht Lilier in den Hochspannungsleitungen, die über dem Gelände verlaufen und in der Inszenierung der Förderanlage, die auf dem Gelände stehen bleiben und integriert werden muss. Parkplätze und Zufahrtswege für Autos gibt es nur wenige. Bei größeren Veranstaltungen soll am Bahnhof geparkt werden. Den Planern schwebt ein Freizeitgelände vor, auf dem Sportler jeder Generation ein Angebot finden und in dem möglichst viele Menschen zusammenkommen. Nach ersten, vorsichtigen Schätzungen, kostet das alles um die 25 Millionen Euro – in etwa so viel, wie durch das Wohnprojekt am Dorschberg eingenommen werden könnte. Kritik kam unter anderem von Seiten der Angler, die sich in ihrer Sportausübung in Zukunft eingeschränkt sehen. Gespräche laufen bereits. Auch die Sicherheit auf dem Freizeitgelände, die Zukunft der Bäder und der Lärm- und Hochwasserschutz interessierten die Bürger. Besonders häufig wurde die Frage nach den künftigen Bewohnern des Dorschbergs gestellt. Man wolle nicht nur Wohnraum für Menschen schaffen, die neu nach Wörth ziehen, sondern vor allem für die „eigenen Leute“, sagte Nitsche. Einigkeit herrschte darüber, dass das Mammutprojekt nur mit einer breiten Bürgerbeteiligung funktionieren kann. So sollen alle weiteren Schritte gemeinsam diskutiert und die Öffentlichkeit informiert werden.

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