Kreis Germersheim Viele Leute kennengelernt

Nicole Zor hat noch fünf Etappen vor sich, bevor sie am Samstag in Germersheim ankommt und in jeder Gemeinde des Landkreis es wa
Nicole Zor hat noch fünf Etappen vor sich, bevor sie am Samstag in Germersheim ankommt und in jeder Gemeinde des Landkreis es war.

«ZEISKAM/LUSTADT.» Nicole Zor, die Landratskandidatin der SPD aus Neuburg, joggt seit 1. März durch den Landkreis Germersheim – von Gemeinde zu Gemeinde. Fast täglich. Am Montag war sie von Zeiskam nach Lustadt unterwegs.

Es ist recht kühl an diesem Montagnachmittag im Mai. Knapp 11 Grad. Doch es regnet nicht mehr. Wenigstens etwas. Vor der Materialhalle eines Dachdecker-Betriebes in der Zeiskamer Hauptstraße steht ein kleiner Tisch mit Wahlmaterial und Energie-Riegeln. Hellmuth Várnay, der Kümmerer von Zors Joggingtour und Kandels SPD-Ortsvereinsvorsitzender begrüßt per Handschlag jeden, der am Stand stehen bleibt. „Es tut mir Leid, ich habe die Abfahrt verpasst“, entschuldigt sich Nicole Zor, als sie mit ihrem Mann am Startpunkt der Laufstrecke ankommt. „Ich war abgelenkt und habe mit meinem Sohn telefoniert, der ein Referat machen muss.“ Zusammen mit vielen Fahrradfahrern vom SPD-Ortsverein Lustadt und einigen Läufern, darunter der Zeiskamer Ortsbürgermeister Helmut Weiß geht es dann auch schon los. Ziel ist die Sparkasse in Lustadt. Etwas mehr als drei Kilometer. Besonder gut gefallen hat Nicole Zor bei ihrer bisherigen Tour durch den Landkreis, dass sie so viele Menschen kennengelernt hatte und von denen durch jeden Ort geführt worden war. Ein Gespür für die Leute und deren Probleme vor Ort habe sie dadurch bekommen, sagt Zor, der das Laufen überhaupt nichts ausmacht. Immer wieder dreht sie sich um, schaut nach ihrem Mann und den anderen Radfahrern und Läufern, fragt nach, „geht es mit dem Tempo“? Unter den vielen Menschen, die sie auf ihrer Tour begleitet haben, waren nicht nur Genossen, auch Unentschlossene und politische Gegner wie sie sagt. Sie erinnert sich an ein Paar, das sie im südlichen Kreis begleitet hatte und mit dem sie sehr interessante und gute Gespräche geführt hat. „Wir sind nicht im Bösen auseinander gegangen“, sagt Zor. Auf ihre Chancen bei der Wahl angesprochen wird das meist lächelnde Gesicht ernster: „Ich will gewinnen. Doch viel wichtiger ist, dass wir eine hohe Wahlbeteiligung haben. Ich will nicht, dass es nur etwas über 30 Prozent sind.“ Inzwischen ist das Ziel in Lustadt fast zum Greifen nahe. Die Sparkasse kommt ins Sichtfeld und davor ein SPD-Stand mit rund 20 Personen. Auf der Strecke selbst waren nur ganz wenige Menschen zu sehen. „Die Menschen sind nicht politikverdrossen“, ist Zor überzeugt. Die Zeiten haben sich aus ihrer Sicht geändert. Man müsse wieder mehr auf die Menschen zugehen, sie abholen und nicht einfach zu einem Gespräch einladen. „Da kommt doch niemand“, sagt Zor. Viele Gespräche habe sie auf Fußballplätzen oder anderen Veranstaltungen geführt. „Die Leute haben sich echt interessiert“, sagt Zor und lacht wieder, als sie nach 21 Minuten am Wahlkampfstand ankommt.

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