Kreis Germersheim Vögel und Filme drehen sind seine Hobbys

Günther Haberer will einen Film über Kandel erstellen.
Günther Haberer will einen Film über Kandel erstellen.

«KANDEL.» 2002 überreichte der damaligen Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Klaus Weichel, Günther Haberer die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz. Bei der Feier in Neustadt unterstrich Weichel das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement des Geehrten und betonte, dass sich Günther Haberer in weiten Bereichen der Kandeler Bevölkerung großer Anerkennung erfreut. Heute, 15 Jahre danach, kennen die älteren Kandeler Günther Haber, der in diesem Jahr noch seinen 88. Geburtstag feiern kann, noch recht gut.

Geboren ist Günther Haberer am 3. November 1929 in Karlsruhe. Doch schon wenige Monate nach seiner Geburt kam er nach Kandel, das zu seiner Heimatstadt wurde. Während seiner Schulzeit waren er und seine Kameraden zum Mitmachen beim Jungvolk und der Hitlerjugend gezwungen. Doch vom Dienst beim Schanzenbau oder als Flakhelfer blieb er, wohl wegen seiner geringen Köpergröße, verschont. Noch im Kriegsjahr 1944 begann er im Betrieb seines Vaters die Zimmererlehre. Als Lehrling blieb er dort eineinhalb Jahre und wechselte dann für weitere eineinhalb Jahre zu einem befreundeten Zimmerermeister. Nach der Gesellenprüfung 1947 ging es zurück in den väterlichen Betrieb. 1950 wurde Günther Haberer, nachdem er die Zimmerei-Fachschule in Tübingen besuchet hatte, in die Handwerksrolle eingetragen. 1955 legte er die Meisterprüfung ab und übernahm die Führung des Betriebs, den er 1994 auflöste. Haberer war jedoch nicht nur als ein guter Handwerker bekannt. Er kümmerte sich vielmehr auch um die Belange seines Berufsstandes und war von 1872 bis 2002 Mitglied im Vorstand der Zimmerer-Innung. Von 1967 bis 1978 war Günther Haberer Mitglied der Gebäude-Schätzkommission, einer öffentlichen Einrichtung, die es heute nicht mehr gibt. Und von 1975 bis 1976 war er Hauptschöffe am Landgericht Landau. Stark engagiert war er jedoch vor allem in der Ortspolitik und in der Protestantischen Kirche. Nachdem er 1968 in die FDP eingetreten war, wurde er schon ein Jahr später in den Stadtrat gewählt, dem er bis zum Jahr 1994 angehörte. Von 1989 bis 2004 war er auch Mitglied im Verbandsgemeinderat und beide Gremien vertrat er in deren Bauausschüssen. Dem Presbyterium der Protestantischen Kirchengemeinde gehörte Haberer von 1972 bis 2008 an und war dort mit zahlreichen Aufgaben federführend betraut. Obwohl er, so Haberer heute, an keinem Abend zu Hause war, hatte er noch Zeit, um sich beim ADAC Ortsclub zu betätigen den er 1967 mitbegründete und zu dessen Vorstand er von 1983 bis 2013 gehörte. Für all dieses Engagement wurde Haberer nicht nur mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet. Er erhielt 2005 den Goldenen Meisterbrief, wurde 2007 Ehrenmitglied des ADAC Ortsclubs und 2009 Ehrenpresbyter der Protestantischen Kirchengemeinde. Bei so vielen Aufgaben blieb Haber wenig Zeit für ein Hobby. Heute, im (Un)Ruhestand hat er jedoch Zeit gefunden für seine Enten, seine Zwerghühner und vor allem für seine Kanarienvögel. Und seinem zweiten Hobby, dem Filmen, kann er sich jetzt auch widmen und so ist er eifrig dabei in Kandel zu fotografieren. Denn Günther Haberer will in seinen alten Tagen noch einen Tonfilm über seine Heimatstadt fertigstellen.

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