Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Teststation bereitet sich auf Shopping-Zertifikate vor

Vor Corona: Die Kandeler Hauptstraße an einem verkaufsoffenen Sonntag.
Vor Corona: Die Kandeler Hauptstraße an einem verkaufsoffenen Sonntag.

Die Teststation an der Bienwaldhalle erweitert aufgrund der hohen Nachfrage Anfang Mai ihre Öffnungszeiten. Dabei hat man auch schon die Zeit nach der dritten Welle im Blick, wenn ein Schnelltest einen sicheren Einkaufsbummel ermöglichen soll.

Schon seit 12. März können sich Bewohner der Verbandsgemeinde Kandel in der Station auf der Parkplatzfläche der Bienwaldhalle, Schubertstraße 7, testen lassen. Verwaltungsmitarbeiter arbeiten auf ehrenamtlicher Basis mit Kräften des Deutschen Roten Kreuzes zusammen und bieten derzeit noch von Montag bis Freitag, jeweils 17 bis 19 Uhr, Schnelltests an. Dabei handelt es sich neudeutsch um ein „Drive-In“, also einen Test im Auto.

Das Prozedere: Bei einer telefonischen oder digitalen Anmeldung wird eine Nummer zugeteilt. Vor Ort wird der Kunde zuerst begrüßt und einige Fragen geklärt. An einer der umfunktionierten Christkindlmarktbuden wird dann ein Klemmbrett samt Einverständniserklärung überreicht. Kurz darauf nimmt ein DRK-Mitarbeiter einen Abstrich. Auf einem Parkplatz müssen die Testpersonen dann zirka 15 Minuten warten, bis ihnen das Ergebnis überbracht wird.

Zu Beginn wurden 50 Tests in zwei Stunden genommen, sagt Mike Schönlaub, Sachbereichsleiter in der Kandeler Verwaltung. Inzwischen können 77 Tests pro Stunde ausgewertet werden. Von den knapp 2000 Tests sind bislang nur zwei positiv ausgefallen. „Das gibt doch eine gewisse Sicherheit“, sagt Schönlaub.

Regelmäßige Tester und Sonderwünsche

Und wer kommt zu den Tests? Manche Einzelhändler kommen zur eigenen Sicherheit und der ihrer Kunden fast jede Woche, sagt Schönlaub. Viele Rentner seien darunter. Es gebe aber auch junge Eltern, bei denen man auf deren ausdrücklichen Wunsch das Baby getestet habe. Und natürlich die „Selbsttestüberprüfer“, bei denen der Test zuhause positiv ausgefallen war. Sie können sich mit dem Abstrich an der Station frei testen. Sollte aber dieser Test auch positiv ausfallen, würden sie direkt in Quarantäne geschickt und das Gesundheitsamt informiert, sagt Schönlaub.

Wie an allen Schnellteststationen gilt: Menschen mit Symptomen, die möglicherweise auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen, werden nicht getestet. „In der Regel schicken wir einen am Abend weg“, schätzt Schönlaub. Dann muss der Hausarzt oder die Ambulanz des Landkreises einen Test durchführen. Dabei geht es schlicht um den Schutz der Mitarbeiter. „Außerdem übernimmt der Hausarzt dann die Behandlung“, gibt Schönlaub zu bedenken.

Blick nach Tübingen

Nun wird das Angebot in jeglichem Sinne ausgeweitet: Der Test ist nicht mehr nur für Bürger der Verbandsgemeinde. Und die Zeiten sollen deutlich ausgeweitet werden. Das geschieht mit Blick auf die Zukunft, sagt Schönlaub. „Wenn man nur mit negativem Test zum Friseur oder Einzelhändler darf, wird es Druck geben.“ Deshalb habe man sich in Kandel entschieden: „Wir bereiten das richtig vor und bieten das auch an.“

In Gesprächen mit dem Verein für Handel und Gewerbe wurde auch schon über eine mögliche weitere Station in der Stadt gesprochen. Schönlaub hatte sich selbst in der Modell-Stadt Tübingen umgesehen. „Das hat wirklich funktioniert“, sagt er. Die Menschen dort konnten mit ihrem negativen Test Gastronomie und Läden nutzen. „Ich denke, das wäre eine Öffnungsoption.“

Ab 3. Mai soll die Station Montag bis Freitag von 7 bis 10 Uhr sowie von 17 bis 19 Uhr geöffnet sein. Auch am Samstag wird es ein Angebot geben. Die Abende sollen für feste Termine reserviert bleiben. Auf einen Aufruf im Amtsblatt haben sich direkt 50 Interessenten gemeldet, die die Station ehrenamtlich unterstützen wollen.

Kontakt

Termine können über die Corona-Test-Hotline unter 07275 9479912 (montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr) oder unter teststation@vg-kandel.de vereinbart werden.
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