Kreis Germersheim Tauschtreff zieht nur wenig Junge an

Auch eine Möglichkeit, überschüssige Setzlinge los zu werden: Im regionalen Tauschnetz anbieten.
Auch eine Möglichkeit, überschüssige Setzlinge los zu werden: Im regionalen Tauschnetz anbieten.

Am Mittwoch war Tauschtreff der Tauschgruppe Kandel im VFR Clubhaus am Bienwaldstadion. Gegen 18.30 Uhr trudelten die ersten Mitglieder des Tauschtreffs ein und füllten den Tisch mit Büchern, Weingelee, Tomatenpflanzen, einem Massagekissen und vielen anderen Gegenständen, die getauscht werden sollten.

„Das sind sinnvolle Späße, die wir hier machen,“ erzählt Manfred Persohn, Mitglied im Regiotauschnetz. Das Netzwerk sei keine Alternative zu alltäglichen Konsum. Es gehe viel mehr auch um den Austausch in der Gruppe, bei den Treffen werden oft Vorträge gehalten und so auch Wissen getauscht. Michael Wünstel, der vor über 20 Jahren mit dem Tauschring in Karlsruhe begann, ist gerade dieser soziale Aspekt am wichtigsten. „Es geht auch um den politischen Hintergrund, den wir mit unserem Tauschnetzwerk vertreten wollen“, sagt er. In vielen anderen Teilen Deutschlands gibt es Regiogeldsysteme. Um das regionale Wirtschaften zu fördern, wird das Regiogeld nur in einem kleinen Raum verwendet und die Kaufkraft für damit getätigte Geschäfte bleibt in der Region, statt ins Ausland oder in Finanzmärkte abzuwandern. Diesen Anspruch stellt sich die Tauschgruppe Kandel aber momentan nicht. Dafür sind auch zu wenige Personen beteiligt. Der Einzelhandel ist bisher noch nicht im Boot. Es geht eher um den kleinen, praktischen Austausch von Gegenständen und auch Leistungen im Privaten. So kann nicht nur die weiß-blau karierte Tischdecke zum Tausch angeboten, sondern zum Beispiel auch ein Gesuch nach Computerhilfe eingestellt werden. Gartenarbeit kann angeboten oder ein alter Plattenspieler gesucht werden. All diese Gesuche und Angebote sind veröffentlicht über die Marktliste, die online zu finden ist. Dann wird sich über Mail oder Telefon vernetzt und der eigentliche Tausch findet meist zu den Tauschtreffen statt. Bedauert wird momentan, dass die Tauschgruppe relativ homogen ist. Unter den 55 Mitgliedern sind wenig junge Menschen zu finden. Dadurch kann kein generationenübergreifendes Tauschen stattfinden. Ludwig Seel erzählt, dass sich das Regiotauschnetz in Landau auf dem Tag der Nachhaltigkeit vorgestellt hat. Das verbale Echo vor allem unter den Studierenden sei hervorragend gewesen. Allerdings hätten sich im Nachhinein keine neuen Mitgliedschaften ergeben. Info —Nächster Tauschtreff 9. Mai, 18.30 Uhr, Mehrgenerationenhaus in Wörth, Ahornstraße 5. Gemeinsamer Tauschtag mit dem Tauschring Karlsruhe. —Mitgliedschaftsantrag: www.regiotauschnetz.de/start.htm (Mitgliedsbeitrag 10 Euro, Geringverdiener 5 Euro) —Zur Degrowth-Bewegung: www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org

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