Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Strohmeier-Gilb: „Küchenwelt“ soll weiter wachsen

Zu den vier „Küchenwelten“, hier das Haupthaus in Bellheim, soll noch eine fünfte hinzukommen. Die Standortsuche läuft.
Zu den vier »Küchenwelten«, hier das Haupthaus in Bellheim, soll noch eine fünfte hinzukommen. Die Standortsuche läuft.

Die Firma Strohmeier-Gilb ist nach der Eröffnung eines vierten Küchenstudios 2024 im Badischen nun auf der Suche nach einem Standort für ein fünftes. Und dann gibt es da noch die Pläne für ein Fachmarktzentrum auf dem Firmengelände.

Auch wenn es zuletzt etwas still geworden ist um den Bau eines Fachmarktzentrums (FMZ) in einem noch freien Teil des ehemaligen Möbelhauses Strohmeier-Gilb, die Pläne werden in Bellheim weiterverfolgt. „Wir sind noch im Genehmigungsverfahren“, sagte Katrin Weber. Die Junior-Geschäftsleiterin der Einrichtungshaus/Küchenhaus Strohmeier-Gilb GmbH mit Sitz in Bellheim ist die Tochter des Geschäftsführers Matthias Gilb und nach eigenen Angaben seit August Mitglied der Geschäftsleitung. Die 28-Jährige sieht das Projekt „auf einem guten Weg“. Die potenziellen Mieter seien weiter interessiert. Gerade erst seien die Verträge mit dm-Drogeriemarkt, dem Ein-Euro-Laden Tedi und „Sonderpreis-Baumarkt“ verlängert worden. Darüber hinaus befinden sich in dem Gebäudekomplex die „Küchenwelt“ von Strohmeier-Gilb und der Polstermöbelspezialist Trösser. Weber sagte, dass Strohmeier-Gilb von der Gemeinde Grünflächen gekauft hat, um Parkplätze fürs geplante FMZ anlegen zu können.

Soll auf einem guten Weg sein: das geplante Fachmarktzentrum beim Möbelhaus.
Soll auf einem guten Weg sein: das geplante Fachmarktzentrum beim Möbelhaus.

Die nach früheren Angaben insgesamt 2700 Quadratmeter große freie Fläche im Gebäude soll in drei Einheiten mit je 800 bis 850 Quadratmetern aufgeteilt werden. Dagegen hatte sich seitens der Stadt Germersheim und der Verbandsgemeinde Rülzheim Widerstand geregt. Zudem bestand zum damaligen Zeitpunkt ein Widerspruch zu den Zielen des Raumordnungsplans. Auf dem Areal im Gewerbegebiet Nord-Ost I war ursprünglich nur großflächiger Möbelhandel zugelassen. Im Oktober 2023 hat der Gemeinderat beschlossen, trotz aller Bedenken, den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet entsprechend den FMZ-Plänen zu ändern.

Drinnen soll das Fachmarktzentrum nach früheren Angaben so aussehen.
Drinnen soll das Fachmarktzentrum nach früheren Angaben so aussehen.

Laut Weber ist die Geschäftsleitung weiterhin auf der Suche nach einem fünften Standort für eine „Küchenwelt“. Aber das Passende in geeigneter Lage und Größe zu finden, sei schwierig. Früher habe man noch eine Niederlassung in Neustadt gehabt, die wegen ihrer ungünstigen Lage aber geschlossen worden sei. Die Mitte 2023 im badischen Rheinstetten eröffnete vierte „Küchenwelt“ an der B36 sei sehr gut angelaufen. „Wir sind zufrieden.“ Man habe für das übernommene ehemalige Friwa-Küchenstudio neue Kunden gewonnen und sei froh, auch in Baden-Württemberg Fuß fassen zu können. Derzeit werde die Filiale umgebaut, es würden auch Badmöbel in die Ausstellung aufgenommen. Im Anschluss, voraussichtlich Ende diesen, Anfang nächsten Jahres, soll dies auch in der Filiale in Landau erfolgen.

Bereits geschehen sei dies in Speyer. Nach dem Auszug des Nachbarn „Möbel Boss“ habe sich der Einzug des Möbelgeschäfts „Poco“ im vergangenen Jahr hinsichtlich der Kundenfrequenz positiv bemerkbar gemacht. „Wir haben wieder mehr Laufkundschaft.“ Die Filiale in der Domstadt habe rund 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche, die in Bellheim 1200, die in Landau 800 und die in Rheinstetten 600 Quadratmeter.

Die Investitionen für die genannten verwirklichten und geplanten Projekte inklusive Fachmarktzentrum beziffert Weber auf etwa 1,6 Millionen Euro. Zum Umsatz hingegen macht sie keine Angaben. Dazu nur so viel: In den „Küchenwelten“ seien zuletzt zwischen 900 und 1000 Küchen verkauft worden, etwas weniger als in den Jahren zuvor. Den durchschnittlichen Preis einer von Strohmeier-Gilb verkauften Küche beziffert Weber auf 13.000 bis 15.000 Euro. Bundesweit betrachtet koste eine Küche branchendurchschnittlich 11.000 bis 12.000 Euro. Die Junior-Geschäftsleiterin legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass es in den „Küchenwelten“ auch Küchen für kleine Geldbeutel zu kaufen gibt.

Um sich von der großen und starken Konkurrenz abzuheben, setze Strohmeier-Gilb auf Service. So würden Handwerker vermittelt, die die alte Küche entsorgten und die neue aufbauten. Zum vom jeweiligen Lebenskonzept abhängigen richtigen Einräumen der bestellten Küche gebe es Tipps vom Fachmann, die auf Wunsch direkt in der Küchenplanung berücksichtigt würden. Derzeit würden im Unternehmen rund 30 Leute beschäftigt, etwa zehn mehr sollten es aber sein. Deshalb werde derzeit nach qualifiziertem Personal gesucht, insbesondere für den Verkauf, was gar nicht so einfach zu finden sei.

Plänen, dass Strohmeier-Gilb in Bellheim wieder um Einrichtungsmöbel ergänzt, erteilte Weber eine Absage. Diese Möglichkeit hatte Matthias Gilb vor wenigen Jahren für die Zeit angedeutet, wenn seine Töchter ins Unternehmen eingetreten sind. Weber hat eine jüngere Schwester, die noch studiert aber bereits regelmäßig im Unternehmen mitarbeitet. Weber begründet ihre Aussage damit, dass mit dem Nachbarn Polstermöbel Trösser dieses Sortiment ohnedies nicht infrage komme. Zudem hätten die Küchenmöbelhersteller inzwischen ihr Sortiment an Fronten insoweit erweitert, dass sich damit problemlos auch Wohn- und Büromöbel, Anbau- und Garderobenschränke sowie Möbel für Vorrats-, Lagerräume und Bäder herstellen ließen. Und die könne man in den „Küchenwelten“ bereits auswählen und kaufen.

Die bereits erwähnte Kaufzurückhaltung der Kunden führt Weber auf die problematische Wirtschaftslage zurück. Zudem mache sich bemerkbar, dass weniger Häuser gebaut und folglich weniger Küchen eingebaut würden, insbesondere von jüngeren Menschen. Dafür würden sich zunehmend ältere Leute „eine letzte Küche“ einrichten, teilweise auch noch ein Badezimmer. Hinzu kämen Ärzte und andere gewerbliche Kunden, die für ihre Praxen beziehungsweise Gebäude mit mehreren Büro- und/oder Wohnräumen Küchen- und Badeinrichtungen orderten. Ungebrochen sei der Trend zu offenen Küchen, die „als Lebensmittelpunkt“ Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden.

Küchen für die speziellen Bedürfnisse von älteren und behinderten Menschen sind auch im Angebot.
Küchen für die speziellen Bedürfnisse von älteren und behinderten Menschen sind auch im Angebot.

Apropos Senioren: Laut Weber führt Strohmeier-Gilb auch auf die speziellen Bedürfnisse von älteren und behinderten Menschen ausgerichtete Küchenmöbel, die auch von der Krankenkasse bezuschusst würden. Hängeschränke etwa, die auf Knopfdruck in Kniehöhe heruntergefahren werden können. Auf dem Gebiet gebe es nicht so viele Anbieter in der Region.

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