Kreis Germersheim Straßen werden sicherer
Die Straßen im südlichen Landkreis Germersheim werden immer sicherer – zumindest was die Kriminalität betrifft. Das geht aus der Kriminalstatistik 2017 der Polizei Wörth hervor. Auch in anderen Bereichen werden Rekord-Tiefstände erreicht. Beim Stichwort „Straßenkriminalität“ geht es vor allem um das Sicherheitsgefühl der Bürger, erläutern Mirko Großhans und Dennis Sturm die Statistik, für die sie bei der Polizei Wörth als Sachbearbeiter im Wechseldienst zuständig sind. Die Spanne der Delikte ist weit und reicht von Diebstahl und Raub über schwere Körperverletzung bis zu Sachbeschädigungen. Die Gemeinsamkeit: Die Straftaten werden auf öffentlichen Wegen und Plätzen begangen. Ihre Zahl ist 2017 auf ein Rekordtief gesunken: nur noch 566 Fälle gegenüber 757 im Vorjahr – auch sonst wurden meist knapp über 700 Fälle im Jahr gezählt. Dieser erheblichen Rückgang ist vor allem auf Ermittlungserfolge zurück zu führen. Zwei Tatserien wurden durch das Sachgebiet „Jugend“ beendet, hier ging es vor allem um Graffiti. Deshalb ist die Anzahl der Sachbeschädigungen auf ein Rekordtief gesunken: von 417 Fällen 2016 auf 295 Fälle 2017. – Abgebrochen ist auch eine Serie von Autoaufbrüchen, nachdem im Badischen ein Autoknacker aufgeflogen ist. Dementsprechend gering ist auch die Gefährdung, der die Bürger im südlichen Landkreis ausgesetzt sind. Über sie gibt die sogenannte „Häufigkeitszahl“ Auskunft, das ist die Zahl der Delikte auf 100.000 Einwohner. Der Durchschnitt im Land Rheinland-Pfalz beträgt 6191 (südlicher Landkreis Germersheim: 4518). Die Zahlen für die Kommunen: Stadt Wörth 5680, Verbandsgemeinde Hagenbach 4604, Verbandsgemeinde Kandel 4301, Verbandsgemeinde Jockgrim 3401. Zum Vergleich: Die Häufigkeitszahlen von Städten wie Ludwigshafen, Trier, Kaiserslautern und Germersheim liegen teilweise deutlich über 10.000. Auch die Anzahl der insgesamt registrierten Straftaten befindet sich 2017 im Südkreis Germersheim mit 3009 auf einem Fünf-Jahres-Tief; der Rückgang gegenüber 2016 beträgt 6,5 Prozent. Stark zurückgegangen ist auch die Anzahl der Fahrraddiebstähle: um 27,8 Prozent auf 140 Fälle. Tatorte sind hauptsächlich Bahnhöfe und Haltestellen. Einen Fünf-Jahres-Höchstwert verzeichnet mit 619 Fällen die Polizei Wörth 2017 dagegen bei den Rohheitsdelikten (2016 549 Fälle). Darunter fallen fast alle Straftaten, bei denen Gewalt angewendet wird: beispielsweise Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung, Raub. Allerdings ist hier die Aufklärungsquote mit über 90 Prozent über die Jahre hinweg konstant sehr hoch. Der Grund: In vielen Fällen kennen Opfer und Täter sich. Einen örtlichen Schwerpunkt gab es 2017 mit 38 Fällen in einer Unterkunft in Hagenbach. Dort waren Obdachlose zusammen mit Asylbewerbern untergebracht (wir berichteten). Nachdem beide Parteien getrennt waren, kehrte wieder Ruhe ein, so die Polizei.