Kreis Germersheim Stau den halben Tag
Stau morgens und nachmittags: Das war gestern das Los der Pendler zwischen Kandel und Karlsruhe. Los ging es um 7.22 Uhr mit einem der mittlerweile laut Polizei beinahe schon alltäglichen Unfälle im Wörther Trog.
Auch der Ablauf des gestrigen Unfalls folgte dem üblichen Schema: Ein Lastwagen-Fahrer wollte nach der B-9-Einmündung auf die rechte Spur fahren. Er übersah dabei einen Personenwagen und rammt ihn an der Seite. Das Auto drehte sich und stellte sich quer vor den Laster. Die Bilanz: 9000 Euro Sachschaden, so die Schätzung der Polizei. Bei dem Unfall wurde allerdings auch wieder die Leitplanke beschädigt, die die provisorische linke Fahrspur Richtung Landau von der Fahrbahn Richtung Karlsruhe abtrennt. Für die Reparatur musste am Vormittag die linke Fahrspur Richtung Landau gesperrt werden. Die Folge waren abermalige Staus. Gestern Nachmittag brach dann nach einem Unfall gegen 14 Uhr kurz vor der Rheinbrücke der Verkehr zwischen Karlsruhe und der Südpfalz zeitweilig praktisch vollständig zusammen. Ein Lastwagen war laut Polizei gegen einen Pkw gefahren; der dreht sich und blieb entgegen der Fahrtrichtung stehen. Dahinter fuhr ein Lkw auf einen anderen auf. Der Stau auf der Südtangente reichte zeitweise von der Autobahnabfahrt Karlsruhe-Mitte bis zur Rheinbrücke. Auf den innerstädtischen Zufahrten stauten die Autos sich ebenfalls. Auf der A5 reichte der Rückstau über Durlach hinaus fast bis zur Abfahrt Karlsruhe-Nord; dafür dürfte aber eine Baustelle im weiteren Verlauf der A5 Richtung Basel eine wesentliche Rolle gespielt haben. VCD : Lücke im Angebot auf der Schiene „nicht hinnehmbar“ Unterdessen kritisiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) mit Blick auf das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs eine „nicht hinnehmbaren Lücke im morgendlichen Berufsverkehr“ zwischen Germersheim und Karlsruhe. So erreiche montags bis freitags zwischen 5.34 und 6.47 Uhr kein einziger Zug auf dieser Strecke den Karlsruher Hauptbahnhof. Eine Entlastung der morgendlichen Stunde von 6.30 bis 7.30 Uhr, zu der das höchste Verkehrsaufkommen auf der Straßenbrücke in Richtung Karlsruhe zu verzeichnen ist, sei damit kaum möglich. Pendler aus Jockgrim, Rheinzabern, Rülzheim und Bellheim, die etwa zu 7 Uhr eine Arbeitsstelle außerhalb des Karlsruher Bahnhofsviertels erreichen wollen, hätten daher keine akzeptable Möglichkeit, auf die Bahn umzusteigen. Diese Lücke müsse auch über den Zeitraum der Bauarbeiten hinaus zwingend geschlossen werden, fordert der Verkehrsclub Deutschland. „Die Möglichkeiten zur Stärkung des Bahnverkehrs zwischen Karlsruhe und der Pfalz und zur Verlagerung von Verkehr von der Straße auf die Schiene sind auch nach dem für die Bauarbeiten geplanten Zusatzangebot ersichtlich noch nicht ausgereizt“, so der Verkehrsclub Deutschland in einer Mitteilung. Für Aufregung in sozialen Medien sorgte die Beobachtung, dass gestern nach 12.30 Uhr auf der B-10-Baustelle nicht mehr gearbeitet worden sein soll.