Kreis Germersheim Statt Elektrotechnik Theologie studiert
«Germersheim.» Vor Kurzem besuchte ich den sympathischen Dekan Dr. Claus Müller, den Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Germersheim, im Pfarramt. Zuerst interessierte es mich, wie man Pfarrer wird.
Herr Dr. Müller erklärte mir: „Zuerst braucht man Abitur, anschließend studiert man vier bis sechs Jahre Theologie. Im Anschluss an das Studium folgt das erste Examen in der Landeskirche. Ist dies bestanden, folgt eine zweieinhalb Jahre dauernde praktische Ausbildung. Diesen Vorbereitungsdienst nennt man auch Vikariat. Während dieser praktischen Ausbildungszeit unterrichtet man circa acht Monate an einer Schule Religion. Anschließend ist man zusammen mit einem zugeteilten Pfarrer in einer Kirchengemeinde. Es folgt dann eine Prüfung im Gottesdienst und eine Vorstellung bei der Landeskirche und es folgt das zweite Examen. Ist dies alles geschafft, schließt sich eine Probezeit von drei Jahren an.“ Und Herr Dr. Müller erzählte weiter: „Ich habe mein zweites Examen 2003 gemacht und bin nun seit dem 1. März 2003 Pfarrer. Als Vikar war ich in Waldsee und Otterstadt tätig, danach von 2003 – 2009 in Speyer an der Gedächtniskirche und jetzt bin ich schon seit 2009 hier in Germersheim.“ „Schon relativ früh wollte ich Pfarrer werden. In der Mittelstufe hab ich mich für Elektrotechnik interessiert. Aber ich war oft in Gottesdiensten, und das hat mir Spaß gemacht. Daher habe ich mich relativ schnell dazu entschlossen Pfarrer zu werden“, erklärte mir Herr Dr. Müller. Mich interessierte, was ihm an seinem Beruf am meisten gefällt. „Mit Menschen über wichtige Themen zu sprechen und sie in unterschiedlichen Lebenslagen, wie Geburt, Hochzeit aber auch Tod, zu begleiten“. Und was macht ein Pfarrer in seiner Freizeit? Herr Dr. Müller lachte und erklärte mir: „In meiner Freizeit unternehme ich viel mit meiner Familie, meinen Kindern. Ich gehe auch joggen und erweitere gerne meine Modelleisenbahn.“ Was ist ihr größter Wunsch? „Mein Wunsch für die Zukunft wäre es, wenn es der Kirche gelänge, mehr Menschen für den Glauben und die Kirche zu begeistern“, so der Pfarrer. Hat ein Pfarrer auch mal Feierabend? „Ja und Nein, man kann natürlich auch irgendwann mal Feierabend machen, es gibt aber immer viel zu tun. Es kann auch jederzeit jemand klingeln, der Hilfe oder Unterstützung braucht. Man muss sich die Zeit einteilen. Aber man ist immer ansprechbar. Wir unterstützen auch Menschen, die auf einer Pilgerreise unterwegs sind und bei uns im Pfarrheim vorbeikommen“ erklärte mir Herr Dr. Müller. Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Nach kurzem Überlegen meinte er lächelnd: „Ein Taschenmesser, meine Bibel und eine Axt.“ Und hier noch ein paar allgemeine Informationen über Herrn Dr. Müller: Er hat drei Kinder im Alter von 13, 11 und 9 Jahren und er kommt ursprünglich aus Hassloch. Seine Frau ist ebenfalls Pfarrerin und arbeitet gerade an einem pfalzweiten Projekt, das sich „Erwachsen Glauben“ nennt.