Kreis Germersheim Stadtrat will Konzepte abwarten

Am Ende siegte der Wunsch, das große Projekt möglicherweise doch noch einhellig auf den Weg zu bringen. Deshalb hat der Stadtrat Wörther am Dienstag nach kontroverser Diskussion die Entscheidung über das weitere Vorgehen am Schauffele-See verschoben.
Bevor am Schauffele-See überhaupt irgendetwas geplant werden kann, muss der Raumordnungsplan geändert werden. Dort ist das Gelände als regionaler Grünzug ausgewiesen. Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) hatte vorgeschlagen, jetzt mit der SGD in das raumordnerische Verfahren einzusteigen. Dies mit dem Ziel abzuklären, ob dort die Wörther Sportanlagen untergebracht werden können. Dadurch würde auf dem Dorschberg Platz für den Bau von Wohnungen. Parallel soll ein Moderationsprozess klären, inwieweit Vereine und Schulen mitziehen. Eine Konzeptstudie soll zudem Aufschluss darüber verschaffen, was auf dem frei werdenden Gelände möglich ist. Der Alternative – ein neues Gewerbegebiet – geben Nitsche und die SPD wenig Chancen. Die CDU, die sich im Bauausschuss noch skeptisch zu den Sportanlagen-Plänen geäußert hatte, sehe zwar die Chancen für die Stadtentwicklung, so ihr Sprecher Jürgen Weber. Es gebe aber sowohl zum eventuellen neuen Sportgelände als auch zur möglichen Wohnbebauung auf den frei werdenden Sportflächen noch jede Menge offene Fragen. Deshalb beantragte die CDU, die Moderation und die Konzeptstudie abzuwarten, bevor das Ziel des raumordnerische Verfahrens festgelegt wird. Eine Arbeitsgruppe des Stadtrats soll den Prozess begleiten, der schätzungsweise neun Monate dauern wird. Im November/Dezember könnte also die Entscheidung fallen. Für die SPD wandte Joachim Paul ein, dass es bereits entsprechende Papiere aus den Jahren 1994 und eine Standortuntersuchung aus dem Jahr 2008 gebe. Letztere komme zu dem Schluss, das eine Verlagerung der Sportstätten an den Schauffele-See „eine sehr gute Lösung aus städtebaulicher Sicht“ sei, zitierte Paul die Untersuchung. Letztlich machte Nitsche sich aber den CDU-Antrag zu eigen. Dies sicher mit Blick auf die Mehrheiten: CDU (14 Sitze) und Grüne (3 Sitze) bilden ein Koalition und können die SPD (14 Sitze) auch ohne den einen FDP-Vertreter überstimmen. Weshalb dann auch für die SPD Rolf Hammel darauf abhob, dass ein Projekt wie der Schauffele-See Wörth seit 30 Jahren nicht erlebt hat. Deshalb sei Einigkeit wichtig und auch die SPD stimmte der Verschiebung zu. |lap