Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt muss Tempo-30-Regelung wieder aufheben

Die Tempo-30-Zone beginnt jetzt erst auf Höhe des Dorschbergzentrums und ist zeitlich beschränkt.
Die Tempo-30-Zone beginnt jetzt erst auf Höhe des Dorschbergzentrums und ist zeitlich beschränkt.

An die fast durchgängige Tempo-30-Regelung in der Hanns-Martin-Schleyer-Straße hatten sich die Wörther gerade erst gewöhnt. Auch wenn sie nicht allen gefiel. Doch dann verschwindet über Nacht plötzlich ein Großteil der Schilder. Aber warum?

Ebenso überraschend, wie sie Ende Juli vergangenen Jahres aufgetaucht waren, sind die Tempo-30-Schilder in Wörths zentraler Verkehrsachse, der Hanns-Martin-Schleyer-Straße, Anfang September wieder abgebaut worden. Und die Verkehrszeichen, die noch übrig geblieben sind, wurden mit einer zeitlichen Beschränkung versehen. Zwischen der Bienwaldhalle und der A-65-Auffahrt Wörth-Dorschberg galt für gut ein Jahr Tempo 30. Thomas Krämer (Grüne), Beigeordneter der Stadt, hatte den Erlass der Geschwindigkeitsbegrenzung mit den vielen Schulen vor allem in Richtung Ortsausgang begründet. Überhaupt seien in der Hanns-Martin-Schleyer-Straße viele Schüler unterwegs, weshalb die Stadt den Tempolimitbereich deutlich ausgedehnt hatte. Dass die Bürger damals über die neue Regelung vorab nicht informiert worden waren, bezeichnete Krämer als Versehen, das er auf seine Kappe nahm.

Krämer war nun auch in der Sitzung des Stadtrats am Dienstagabend als Auskunftsquelle gefragt, denn FDP-Fraktionsvorsitzender Helmut Landes wollte wissen, warum die Beschilderung in der Woche nach den Sommerferien geändert worden sei. „Wir waren nach einer Entscheidung des Kreisrechtsausschusses zu diesem Schritt gezwungen“, sagte Krämer. Ein Autofahrer hatte gegen das durchgehende Tempolimit geklagt. „Meines Wissens war das kein Wörther Bürger“, so Krämer. Der Beschluss musste zügig umgesetzt werden. Krämer: „Uns blieb nichts anderes übrig.“

Vor Bushaltestelle gilt Tempo 50

Die Tempo-30-Zone beginnt jetzt nicht schon an der Bienwaldhalle, sondern erst in Höhe des Dorschbergzentrums. Zudem gilt das Tempolimit nur von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 17 Uhr. Die neue Beschilderung verwundere ihn etwas, so Landes. „Weshalb wurde der Bereich nach der Korrektur so knapp bemessen, dass sowohl im östlichen Bereich der Bushaltestelle vor der BBS als auch im westlichen Bereich die Querung zwischen Stadtbahnhaltestelle Bürgerpark und der Alten Post jeweils außerhalb der Geschwindigkeitsbeschränkung liegen?“, lautete deshalb eine seiner neun Fragen, die er in seinem Antrag an die Stadtspitze formuliert hatte.

Das seien die Vorgaben des Kreisrechtsausschusses, so Krämer. „Vor Bushaltestelle ist laut Gesetz Tempo 50 vorgesehen und bei der Berufsbildenden Schule geht man davon aus, dass es eine Schule für Erwachsene ist, da ist Tempo 30 offenbar nicht mehr erforderlich“, erläuterte Krämer. Gegen die Entscheidung des Kreisrechtsausschusses Widerspruch einzulegen lohnt sich nicht. „Es lohnt sich so lange nicht, wie es Mainz oder Berlin den Kommunen nicht erlauben, selbst zu entscheiden, wie schnell auf ihren Straßen gefahren werden darf“, kritisierte Krämer.

Aber immerhin gab es dann auch noch eine gute Nachricht zu verkünden. Landes wollte zum Abschluss wissen, ob die „nach der Korrektur übrig gebliebenen Verkehrszeichen weiterverwendet werden“ können. „Da wir schon in vielen Teilen der Stadt Tempo-30-Zonen haben, können wir die übrigen Schilder sicher irgendwo gebrauchen“, sagte Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD).

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