Kreis Germersheim Sperrung Maximiliansau: „Wir müssen uns in den Stau stellen“
Die Sperrung der Maximiliansauer Ortsdurchfahrt sorgt unter Menschen, die im Ort arbeiten, für Unmut. „Wir müssen uns in den Stau stellen“, beschwert sich die Erzieherin Agnes Blaszak aus Kandel und spricht stellvertretend für viele ihrer Kolleginnen in der Kita „Villa Regenbogen“.
Die Ausnahmegenehmigungen, die die Erzieherinnen haben, sind nämlich zur Zeit nicht gültig. Und einfach mal früher von zuhause losfahren könne sie auch nicht, so Blaszak. Schließlich müsse sie sich um zwei schulpflichtige Kinder kümmern. Außerdem verstehe sie nicht, dass niemand bei der Verwaltung sagen könne, „wann wir wieder durchfahren“ können. Ansonsten seien die Argumente der Stadt Wörth „lachhaft“. „Ich finde es auch gut, dass die Pendler nicht durchfahren dürfen“, sagt Blaszak: „Ich fahre aber nicht aus Spaß in die Gemeinde, ich tue ja was für die Gemeinde.“ Ins gleiche Horn stößt ihre Kollegin Kerstin Zapf, ebenfalls aus Kandel. „Das betrifft auch viele andere, die im Ort arbeiten“, sagt sie. „Wir haben zum Glück drei, vier Leute, de im Ort wohnen, sonst könnten wie die Kita morgens nicht öffnen.“ Auf letzteren Punkt verweist auch Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD): Der Frühdienst von 7.30 bis 8.30 Uhr könne in der „Villa Regenbogen“ vorübergehend mit ortsansässigen Kräften organisiert werden. Mit „vorübergehend“ meint er ein, zwei Wochen. Zunächst einmal aber habe jeder Besitzer einer Durchfahrtsgenehmigung weiterhin das Recht, in den Ort zu fahren. „Es stehen weiterhin zwei Zufahrten unbegrenzt offen“, so Nitsche. Dass daraus ein zeitlicher Mehraufwand resultiert, sei in der derzeitigen Verkehrslage sicher so. Am Kreisverkehr Cany-Barville-Straße/Pfortzer Straße seien derzeit noch zu viele „Stauvermeider“ unterwegs, so Nitsche. Sie müssen dort wenden können: „Rückstaugefahr haben wir auszuschließen.“ Sobald die „Stauvermeider“ eingesehen haben, dass die Sperrung ernsthaft durchgesetzt wird und das Verkehrsaufkommen nachlässt, können die Mitarbeiter des Ordnungsamts allen Inhabern von Ausnahmegenehmigungen die Baken beiseite schieben. „Ich erwarte, dass das voraussichtlich nächste oder übernächste Woche wieder möglich sein wird“, so Nitsche. Bis dahin müsse er dem Gemeinwohl den Vorrang einräumen. Die Sperrung sei kurzfristig erforderlich gewesen, weil die Gefahr groß war, dass Rettungskräfte nicht mehr schnell genug durch die zugestauten Straßen kommen. Die Sperrung mache ihm auch keine Freude, so Nitsche: „Aber noch weniger Freude bereitet uns allen, wenn Menschen zu Schaden kommen, weil die Retter nicht zu ihnen durchkommen.“ Manche Beschwerde stößt allerdings in Wörth auf wenig Verständnis. So die einer Frau, die auf ihre Ausnahmegenehmigung pocht, weil sie nach ihrer alten Mutter schaut und manchmal mit ihrer Tochter eine Fahrgemeinschaft bildet. Sie musste erfahren, dass ihr die Genehmigung zu Unrecht erteilt wurde.