Wörth / Hagenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Spedition Nuss kauft Faurecia-Gelände

Das frühere Faurecia-Gelände (oben, links vom Kreisel) gehört jetzt der Wörther Spedition Nuss.
Das frühere Faurecia-Gelände (oben, links vom Kreisel) gehört jetzt der Wörther Spedition Nuss.

Ab Dezember startet im Hagenbacher Industriegebiet die Lagerlogistik mit 20 Mitarbeitern. Forvia – früher Faurecia – mietet von Nuss die Hälfte der Büroflächen.

Das Faurecia-Gelände in Hagenbach hat einen neuen Besitzer: Die Spedition Nuss aus Wörth hat das 46.000 Quadratmeter große Grundstück gekauft. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart, so Volker Nuss, geschäftsführender Gesellschafter der Nuss-Gruppe. Das Gelände des Unternehmens im Industriegebiet Oberwald ist 72.000 Quadratmeter groß.

Faurecia hatte im Herbst 2023 angekündigt, in Hagenbach rund 170 von 350 Stellen abbauen zu wollen. Nach Warnstreiks einigte sich der Konzern mit der IG Metall und dem Betriebsrat, 34 Millionen Euro für einen Sozialplan bereit zu stellen.

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Die Hallen im Hagenbacher Industriegebiet will Nuss selbst nutzen: Auf den 11.000 Quadratmeter Lagerfläche soll ab Anfang Dezember der Lagerlogistik-Zweig der Nuss-Gruppe neben Wörth ein neues Standbein bekommen. „Geplant ist, das Umsatzvolumen im Logistikbereich um 30 Prozent zu erhöhen“, sagt Nuss.

Das Logo der Firma Nuss – hier am Firmensitz in Wörth – wird bald auch im Hagenbacher Industriegebiet zu sehen sein.
Das Logo der Firma Nuss – hier am Firmensitz in Wörth – wird bald auch im Hagenbacher Industriegebiet zu sehen sein.

Dickes Umsatz-Plus

2023 erwirtschaftet Nuss in beiden Zweigen – Spedition und Logistik – mit rund 190 Mitarbeitern einen Umsatz von 27 Millionen Euro. Ein beachtliches Plus: ein Jahr zuvor waren es mit zehn Mitarbeitern weniger noch 20 Millionen Euro.

Derzeit habe Nuss im Lagerlogistikbereich um die 20 Kunden, für die Ware beispielsweise umverpackt wird; oft ist das auch mit einfachen Montagearbeiten verbunden. Etwa die Hälfte der Nuss-Kunden kommt aus der Automobil-Branche, so Nuss. Die anderen verteilen sich auf Bereiche wie die Lebensmittelbranche, Maschinenhersteller oder Zulieferer für das produzierende Gewerbe.

Vorbereitungen beginnen kommende Woche

Starten will Nuss in Hagenbach mit 20 Mitarbeitern, die Vorbereitungen beginnen schon in der kommenden Woche. Derzeit sei es leichter, neue Mitarbeiter zu finden, so die Erfahrung von Nuss: „Wir haben viele neue Bewerber.“ Der Hintergrund ist bitter: Michelin schließt sein Reifenwerk in Karlsruhe, Ronal das Felgenwerk in Landau-Mörlheim, viele Unternehmen wie etwa das Wörther Daimler-Werk hatten Kurzarbeit angesetzt.

Die Hälfte der 7200 Quadratmeter Bürofläche wird der frühere Eigner Faurecia, beziehungsweise jetzt Forvia mieten. „3500 Quadratmeter sind noch frei, aber da haben wir auch schon Ideen.“

Bekenntnis zur Region

Nuss will mit dem Kauf des Faurecia-Geländes wenige Wochen nach dem Fest zum 90-jährigen Bestehen der Firma auch den Boden für die weitere Entwicklung des Familienunternehmens bereiten. Gegründet wurde es vom Großvater in Schaidt, mittlerweile arbeiten schon zwei Neffen von Nuss und damit die vierte Generation im Betrieb. Zwei seiner Kinder werden auch noch folgen, sagt Nuss.

Der Kauf sei aber nicht nur eine Investition in die Zukunft, sondern auch ein Bekenntnis zur Region als Standort. „Vieles was wir in der Lagerlogistik machen, könnten man auch zum Beispiel in Thüringen erledigen“, so Nuss. Und ob bei einem anderen Käufer die 200 Arbeitsplätze von Forvia in Hagenbach geblieben wäre, wisse auch niemand.

„Abwarten, was passiert“

Die Verantwortlichen in Hagenbach beschäftigt mit Blick auf den Verkauf vor allem die künftige Verkehrssituation. Die Stadt hatte keinen Einfluss, die Logistik-Nutzung sei durch den Bebauungsplan gedeckt. „Allerdings wären auch bei einer anderen Nutzung beispielsweise für eine Produktion Lastwagen angefahren“, sagt Christian Hutter (CDU), Bürgermeister von Hagenbach. Der Stadtrat hoffe, dass die Lastwagen vor allem die Ortsrandstraße nutzen, es gebe vonseiten der Spedition Nuss entsprechende Zusicherungen. Aber für jeden Lieferant könne Nuss natürlich auch nicht garantieren, so Hutter: „Wir können jetzt nur abwarten, was passiert.“

Forvia war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.

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