Kreis Germersheim „Sie war einmalig“
«Rülzheim.» „Sie war schlank und hatte schwarze Haare – kurz, sie war einmalig.“ So beschreibt Erhard Kröning den Moment, als er seine heutige Frau Hermine beim Tanz in den Mai in Bellheim das erste Mal gesehen hat. Heute feiern die beiden im Schubertring 39 in Rülzheim ihre Diamantene Hochzeit.
Hermine Kröning (79), geborene Gersitz, ist eine waschechte Rülzheimerin. Sie das dritte von sechs Kindern, alle Mädchen. Nach dem Besuch der Volksschule begann sie bei der Handschuhfabrik Past in Rülzheim eine Lehre als Handschuhnäherin, eine Tätigkeit, die sie auch später noch, als sie schon verheiratet war, als Heimarbeiterin weiterführte. Von 1980 bis 1990 arbeitete sie im Hotel Südpfalz, danach nochmals fünf Jahre bei der Firma Hartchrom. Heute hilft sie noch in einer Rülzheimer Reinigung mit. Erhard Kröning (79) stammt aus Frankfurt/Oder. Er war das dritte von vier Kindern. Da die Lebensverhältnisse in der DDR schlecht waren, floh die gesamte Familie Kröning im Jahr 1951 in den Westen. Zuerst kamen sie in ein Sammellager, bevor sie sich in Knittelsheim ansiedelten. Dort ging Erhard noch ein Jahr in die Volksschule. Nach Ende der Schulzeit bestand der Vater, der damals in der Speyerer Flugzeugfabrik VFW arbeitete, darauf, dass Erhard keinen Beruf erlernte, sondern sofort arbeiten ging, um Geld zu verdienen. So arbeitete er zunächst bei einer Isolatorenfabrik in Germersheim, dann bei Gumasol. 1966 wechselte er zum „Daimler“ nach Wörth, wo er bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 1992 in der Produktion beschäftigt war. Zum ersten Mal getroffen haben sich die beiden 1956 beim Maitanz in der Bellheimer Festhalle. Hermine fiel dem jungen Erhard sofort auf und machte einen gewaltigen Eindruck auf ihn, weil sie schlank war und schwarze Haare hatte. „Sie war einmalig“, schwärmt er heute noch. Seitdem sind die beiden zusammen. Um seine Hermine zu treffen, fuhr Erhard regelmäßig mit dem Fahrrad von Knittelsheim nach Rülzheim. „Ein Auto hatte ich damals noch nicht.“ Weil Erhard aus Frankfurt/Oder stammt, war die Verständigung zwischen den beiden anfangs etwas schwierig. „Ich hab ihn zuerst gar nicht richtig verstanden mit seinem komischen Dialekt“, erinnert sich Hermine. Doch das besserte sich bald, heute spricht Erhard so gut pfälzisch wie jeder „echte Pälzer“. Geheiratet wurde am 29. November 1958 in Rülzheim. 1959 kam Sohn Siegfried zur Welt, 1962 Tochter Marion und 1966 Sohn Uwe. Im Jahr 1968 kauften sie im Schubertring ein Grundstück und bauten ihr Haus, in dem sie heute noch wohnen. „Wir haben alles selbst gemacht, alles ist reine Handarbeit“, erinnern sich die beiden: „Nach dem Schaffen ging’s los.“ Ihr gemeinsames Hobby Radfahren können sie heute nicht mehr ausüben. Hermine sang im Frauenchor des Gesangvereins Männerchor, Erhard ist Ehrenmitglied beim Gesangsverein Männerchor und dort auch heute noch aktiver Sänger im Bass 2. Zu ihrem Jubeltag können nicht nur ihre drei Kinder, sondern auch drei Enkel gratulieren. Die RHEINPFALZ schließt sich den Glückwünschen an.