Kreis Germersheim Selbstverständlich Lehrer

Freiwillig geht Karlheinz König nicht in den Ruhestand. Aber die rechtlichen Vorgaben sagen: Jetzt ist Schluss.
Freiwillig geht Karlheinz König nicht in den Ruhestand. Aber die rechtlichen Vorgaben sagen: Jetzt ist Schluss.

Im Januar 2010 kam er, um mit einem Planungsteam die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) Wörth aufzubauen – jetzt hat der „Altwörther“ Direktor Karlheinz König heute Abend bei der Entlassfeier seiner Schule seinen letzten öffentlichen Auftritt, ehe er am nächsten Mittwoch offiziell verabschiedet wird.

Zu Beginn des Schuljahres 2010/2011 kam der erste Jahrgang in die IGS nach Wörth, die die noch parallel dazu auslaufende Realschule plus ersetzen sollte. König kehrte mit der Übernahme der Leitung dieser Schule wieder nach Wörth zurück, wo er bis 1999 Lehrer am Europa-Gymnasium war. Nach der Grundschule in Wörth wechselte er an das Carl-Bosch- Gymnasium in Ludwigshafen, das er bis zur achten Klassenstufe besuchte, ehe er bis zum Abitur Schüler des Helmholtz-Gymnasiums in Karlsruhe war. Nach der Bundeswehrzeit studierte er in Mannheim Germanistik, Anglistik und Philosophie. „Für mich war schon lange selbstverständlich, dass ich Lehrer werde“, sagt König. Schon während des Studiums sammelte Unterrichtserfahrungen bei seiner ehemaligen Deutschlehrerein, obwohl es für Gymnasiallehrer damals keine Praktika gab. „Diese tolle Deutschlehrerin war auch der Grund für mein Germanistik-Studium.“ 1976 kam König ins Referendariat am Max-Planck-Gymnasium in Trier und 1979 ans Europa-Gymnasium Wörth. Er unterrichtete über Jahre hinweg Ethik in den Klassenstufen 5 bis 13 sowie Deutsch und Englisch und in der Oberstufe Deutsch und Philosophie. Später war er Leiter einer Theater AG, die mit ihrer Aufführung der „Dreigroschenoper“ von Berthold Brecht 1987 in der Wörther Festhalle für nachhaltige Eindrücke sorgte. 1999 wurde König auf eigenen Wunsch an die im Aufbau befindliche IGS Kandel versetzt, wo er ab 2000 als MSS-Leiter für den Aufbau der Oberstufe zuständig war. Hier blieb er bis 2007, ehe er zum stellvertretenden Schulleiter des Max-Slevogt-Gymnasiums in Landau ernannt wurde und 2010 dann nach Wörth kam. Der 67-jährige Schulleiter lebt seit jeher mit seiner Frau Barbara („Bärbel“) – Lehrerin an der IGS Kandel -, seinem Sohn Paul und seiner Tochter Klara in Wörth. Während Paul in die Fußstapfen seiner Eltern getreten ist und derzeit an der IGS Wörth unterrichtet, ist Klara als Chemisch-Technische Assistentin bei APL (Automobil Prüftechnik Landau) beschäftigt. König ist auch außerschulisch – vor allem im kirchlichen Bereich – engagiert. Er ist Vorsitzender des Presbyteriums der Friedenskirche, in der Bezirks- und Landessynode und in der Begleitkommission für das Neue Kirchliche Finanzwesen (NKF) tätig. Zudem ist er Mitglied des Ortsbeirates von Wörth. Er liest sehr gerne, besonders gehobene (philosophische) und zeitgenössische Literatur. Dieses Hobby möchte er in seiner Pensionärszeit gerne vertiefen. Außerdem will er mit seiner Frau Deutschland näher kennenlernen. „Wir haben vor der Geburt unserer Kinder viele europäische und außereuropäische Länder bereist und dabei Deutschland etwas vernachlässigt. Das wollen wir jetzt nachholen.“ Außerdem möchte er verstärkt im Haushalt tätig werden. König kocht sehr gerne, bügelt aber auch seine Wäsche. „In die Waschmaschine muss mich Bärbel noch einweisen.“ Der Garten ist weniger sein Anliegen. „Ehrlich gesagt – ich fühle mich noch so fit, dass ich gerne bis zum ersten Abiturjahrgang in zwei Jahren die Schule weiter geleitet hätte. Das war auch der Wunsch meiner Schüler, Eltern und Kollegen. Aber die rechtlichen Voraussetzungen sind eben andere, nachdem ich bereits dreimal – der Höchstfall – verlängert bekommen habe“, sagt er etwas wehmütig. Die Zusammenarbeit in der Schulleitung, mit Kollegen und Personalrat habe gut geklappt. Auch habe er viel an Personal und erfolgreichen Arbeitsweisen aus der Realschule plus übernehmen können. Doch was König am meisten freut: „Für mich war es besonders schön zu sehen, wie sich Schüler von der 5. Klasse bis zur Oberstufe hin entwickeln, welch tolle und kreative Menschen aus ihnen geworden sind.“

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