Kreis Germersheim Schwester Henriette kümmert sich um 50 Kinder

Der katholische Kindergarten „St. Georg“ in Knittelsheim ist 50 Jahre alt. Das Jubiläum wird mit einem großen Fest am Sonntag gefeiert. Die Bevölkerung ist eingeladen.
Einen Kindergarten im Kätzeldorf gab es schon in den 30er-Jahren. Das hat Sieglinde Gehrlein, die heutige Leiterin der Einrichtung, nachgeschlagen: „Damals wurde der Kindergarten noch Kinderschule genannt und war in der späteren Turnhalle in der Jahnstraße untergebracht.“ 1946 zog die Einrichtung ins spätere Pfarrhaus. Und Schwester Henriette, die sich damals um bis zu 50 Kinder zu kümmern hatte, begann ihren Dienst. Funktionelle Kindergartenräume mit integrierten Schwesternwohnungen im Obergeschoss (die Schwesternstation wurde 1981 aufgelöst) entstanden 1965 in der Ludwigstraße 13a, am aktuellen Standort. Lange Zeit gab es nur eine Gruppe und 1987 wurde das Haus erstmals saniert. Damals besuchten 25 Kinder den Kindergarten. Die zweite Sanierung mit Umbau erfolgte 1997, um Platz für eine zweite Gruppe zu schaffen. Damals wurden rund 30 Kinder betreut. Eine grundlegende Sanierung durch die Gemeinde fand 2006/07 statt. Ziel: die Umwandlung in eine Ganztagesstätte. Seitdem können auch Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden. Wie heute besuchten auch damals 35 Kinder die Kita. Die Gruppe im Erdgeschoss heißt „Wickie-Club“, im Obergeschoss befindet sich das „Schildkrötenland“. Die 14 Ganztagsplätze waren laut Gehrlein „sehr zügig belegt“. Mittlerweile stehen 24 Ganztagsplätze zur Verfügung. Auch die sind belegt – ebenso wie die acht Plätze für unter Dreijährige. Um die 35 Kleinen – ab September werden es rund 40 sein – kümmern sich sechs Erzieherinnen. Der Vorteil der kleinen Einrichtung aus Gehrleins Sicht: „Der Kindergarten ist familiär, alles viel persönlicher als in großen Einrichtungen.“ Gearbeitet wird nach dem Motto: „Wir orientieren uns an den Interessen der Kinder, an der Aktualität“, erklärt Gehrlein. Kinder könnten Angebote morgens selbst wählen, Vier- bis Sechsjährige sich für Bewegungsstunden, den Aufenthalt im Freien oder musikalische Erziehung, Fingerspiele oder Experimentieren entscheiden. Die unter Vierjährigen beschäftigten sich unter anderem mit Zahlen, Farben, und sie würden Tiere und deren Laute kennenlernen. Alle acht bis zehn Wochen besuche Pastoralreferentin Marianne Hettrich die Kinta oder gehe mit den Kleinen in die Kirche. „Vor Weihnachten backen wir Gebäck, zu Ostern Osterhasen“, berichtet die Leiterin. Großen Anklang bei den künftigen Schulkindern finden laut Gehrlein die Waldwochen im Frühling und Sommer. Stolz ist der Kindergarten auf das naturnahe Außengelände, das mit viel Eigenleistung der Eltern zwischen 2010 und 2012 entstand, im Juni mit einer Bauchschaukel bereichert und über Zuschüsse und Spenden finanziert wurde. Einer der größten Geldgeber war der Förderverein. Ein derzeit noch finanziell schwer umsetzbarer Wunsch: im Turnraum eine Motorikstation zu errichten. INFO 50-Jahr-Feier, Sonntag, 12. Juli, ab 14 Uhr mit einem Gottesdienst auf dem Außengelände. Danach Spiele und Kinderschminken, Bilderausstellung im Obergeschoss sowie Essen und Trinken. Helfer für den Ausschank werden noch gesucht. (nti)