Kreis Germersheim Schwarzfahrer

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Die Bahn hat ein Schwarzfahrerproblem, sagt sie. Nachdem die RHEINPFALZ in den „Wochen Spitzen“ über negative Erfahrungen einer kanadischen Touristin mit nicht funktionierenden Fahrkartenautomaten in der S-Bahn Rhein-Neckar berichtet hat, und eine Leserbriefschreiberin ein ähnliches Erlebnis schilderte, haben sich Bahn-Vertreter zu Wort gemeldet und ihre Strategie verteidigt. Schwarzfahrer, die Millionenschäden verursachen, setzten sich in die Nähe der Automaten, seien immer dann, wenn eine Kontrolle auftaucht, gerade auf dem Weg zum Automaten, um sich ihr Ticket zu ziehen. Das geht natürlich nicht mehr, wenn die Automaten im Zug immer außer Betrieb sind und in neue Züge erst gar keine mehr eingebaut werden, wie der langjährige Geschäftsführer des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr (ZSPNV) Rheinland-Pfalz Süd, Werner Schreiner, erklärte. Wer seitdem ohne Ticket in die S-Bahn steigt, ist ein Schwarzfahrer. Basta! Einzige Ausnahme: Der Fahrkartenautomat am Einstiegshaltepunkt ist kaputt. Als Ausrede taugt das aber nicht viel, schiebt Schreiner hinterher. Die Kontrolleure könnten via Smartphone und Internet sofort nachprüfen, ob genannter Automat tatsächlich nicht funktioniert. Die Fakten zu den Millionenschäden durch Schwarzfahrer steuert Pressereferentin Ute Greter von der DB Regio AG bei. Als Beleg für das Schwarzfahrerproblem nennt sie Zahlen des Jahres 2013, in dem im S-Bahn- und Regionalverkehr des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) etwa 5,5 Millionen (7,9 Prozent) von circa 69,7 Millionen Reisenden kontrolliert wurden. Unter den 5,5 Millionen waren wiederum 57.800 – gut 1 Prozent – die als Schwarzfahrer erwischt und zu 40 Euro Strafe verdonnert wurden. (Die Strafrate steigt übrigens. Ab heute, 1. Juli 2015, kostet schwarzfahren 60 Euro.) Es stimmt also, dass die Bahn Millionenschaden beklagt. Wenn jeder der hochgerechnet 697.000 (1 Prozent) Schwarzfahrer die Bahn um 12,10 Euro prellt – so viel kostet zum Beispiel die Fahrt von Germersheim nach Mannheim – gehen der Bahn über 8,4 Millionen Euro verloren. Zieht man die 2,3 Millionen Einnahmen von erwischten Schwarzfahrern ab, bleiben immer noch über 6 Millionen Euro, die unterm Strich fehlen. Und wenn DB Regio diese Einnahmen hätte, müsste der Zweckverband weniger für die Zugverbindungen zahlen, die er bei DB Regio bestellt, sieht sich Schreiner bestätigt. Auch wenn, das räumt er ein, S-Bahnen mit Fahrkartenautomaten sicher kundenfreundlicher wären. Aber bei so vielen Schwarzfahrern ...

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