Lingenfeld
Schulprojekt: Sozialtraining durch Sport und Spiel
Patric Vaihinger hat seinen Bachelor in Sportwissenschaften in der Tasche und seinen Master in Sportökonomie gemacht. Mit seinem Kollegen Felix Droste steht er nun mitten unter den Jungs und Mädels der sechsten Klassen der Realschule plus in Lingenfeld. Er fördert, fordert und motiviert sie. „Uns ging es darum herauszufinden, wie man Sport nutzen kann, um soziale Kompetenzen zu fördern“, sagt Vaihinger über sein Konzept , mit dem er und sein Team in Lehreinrichtungen gebucht werden.
„Wir wollen das Klassenklima stärken und die Kinder zum Nachdenken darüber anregen, welche Werte wichtig sind“, führt Vaihinger weiter aus. Am Morgen schon haben die Sechstklässler ihre Vorbilder namentlich zusammengetragen. Marvin kann aus dem Stand heraus zwei benennen: „Ein Rapper, der schon gestorben ist, und mein Papa.“ Viel hat der Vater mit dem Zwölfjährigen offenbar schon unternommen und ihm dabei einiges beigebracht. „Fußball spielen zum Beispiel“, sagt Marvin. Die Liste ist noch länger: „Er hat mir gezeigt, wie man angelt und kocht.“ Sein Zwillingsbruder Lennart findet den Workshop von Patric Vaihinger toll. „Wir machen hier so viele verschiedene Sachen“, sagt er. Die Kombination aus Sport und Theorie gefällt ihm.
Mitschüler besser kennenlernen
Marius (13) kommt auf die Komplimente zu sprechen. „Es ist schwer, einer fremden Person ein Kompliment zu machen“, gibt er zu. Zuvor haben die Kinder das in der Turnhalle bei einem Fangspiel tun sollen. Fatime (12) hat das gut gefallen, gerade weil es so eine Herausforderung gewesen sei. „Durch das Projekt lernen wir unsere Mitschüler besser kennen und verstehen“, meint sie.
Für Vaihinger und Droste ist damit ein Ziel erreicht. Seit gut zwei Jahren gehen sie im Team von ihrer Sportakademie „Home of Goals“ aus in die Schulen. „Wir wollten den Zugang zum Sport und zum sozialen Miteinander auch den Kindern ermöglichen, die es sich nicht leisten können, in einen Verein zu gehen“, erklärt Vaihinger.
AOK unterstützt Testphase
Die Schüler werfen nicht nur einen Blick auf andere, sondern auch auf sich selbst. Am ersten Tag gilt es, die eigenen Stärken herauszufinden. Kevin (11) hat einige entdeckt: „Ich kann gut Mathe, auch einfache Vokabeln und Sport.“ Den Mut, das zu formulieren, hat der Junge dank des Projekts aufgebracht.
Schlagworte wie Solidarität und Selbstvertrauen, Kooperation und Konzentration, Vertrauen und Verantwortung oder auch Dankbarkeit und Durchsetzungsvermögen werden während der Kurstage bis Mittwoch noch mit Inhalt gefüllt. Das Projekt ist laut Vaihinger noch in der Testphase, und die werde von der gesetzlichen Krankenkasse AOK unterstützt.