Kreis Germersheim Schotterstrecke als Fahrradweg?

Wo bis 2108 Asphalt war, liegt jetzt Schotter auf dem Weg entlang der Straße.
Wo bis 2108 Asphalt war, liegt jetzt Schotter auf dem Weg entlang der Straße.

«Jockgrim.» Vor kurzem fuhr Rudi Birkmeyer aus Offenbach auf dem Radweg zwischen Hatzenbühl und Jockgrim. Dabei kam er am Kreisel zwischen Buchstraße und Ortsrandstraße vorbei. Wie er der RHEINPFALZ schrieb, war er gespannt, wie ein vom ihm vor zwei Jahren bemängelter Weg-Abschnitt aussehen würde. Als er das letzte Mal dort unterwegs war, habe der Asphaltweg einer Buckelpiste geglichen. Über die ganze Wegbreite hatte sich der Belag aufgrund von Baumwurzeln gehoben und verwandelte den Weg in eine nach seiner Meinung gefährliche „Stolperfalle“. Mittlerweile wurde die gefährliche Stelle ausgebessert, jedoch nicht im Sinne von Rudi Birkmeyer. „Gespannt war ich, ob die ,Bodenwellen’ inzwischen geglättet sind. Die Wellen sind weg. Das schlägt doch wirklich dem Fass den Boden aus“, kommentiert Birkmeyer jedoch den neuen Schotterbelag. Wie könnten Straßenplaner nur auf so eine schwachsinnige Idee kommen, Schotter sei ein geeigneter Untergrund für Radwege, fragt der passionierte Radfahrer. Für ihn sei das „versuchte Körperverletzung“. Und weiter: „Mann muss sich wirklich nicht wundern, dass die sportlichen Radfahrer und Rad-Pendler die Radwege nicht annehmen.“ Wer den (gut geteerten) Radweg in Richtung Hatzenbühl weiterfahre, erlebe das Drama gleich nochmals: Die letzten 200 Meter bis zum nächsten Kreisel sind ebenfalls „Naturstraße“. In der Sitzung des Gemeinderates Jockgrim sprach Nils Rehfeld (Grüne) dieses Thema ebenfalls an. Er wollte wissen, ob der geschotterte Abschnitt wieder eine Asphaltdecke erhält. Ortsbürgermeisterin Sabine Baumann (CDU) verneinte dies. Der aufgeplatzte Asphalt sei wegen der schadhaften Stellen abgetragen und die Fläche eingeebnet worden. Da über Kurz oder Lang die Wurzeln der Bäume am Rand des Radweges eine neue Decke wieder anheben würden, habe die Gemeinde auf Asphalt verzichtet. Warum überhaupt der kurze Wegabschnitt bis 2018 asphaltiert war, kann niemand sagen. Der Abschnitt gehöre auch nicht zum Radweg, denn der verlaufe ja auf der anderen Seite. Beim Ausbessern der Holperstrecke sei geprüft worden, ob der Schotter mit Hilfe von Sand weiter geglättet werden könnte. Davon hätten Fachleute abgeraten. Wer die kurze Schotterpiste umfahren möchte, könne einfach die Straßenseite wechseln, dort verlaufe der offizielle, komplett und durchgängig asphaltierte Radweg und führe weiter entlang der Ortsrandstraße. Ähnlich verhält es sich am zweiten, von Rudi Birkmeyer angesprochenen Kreisel. Auch dort gibt es einen durchgängig mit Asphalt bedeckten Weg, der in den Ort hinein verläuft, sowie eine kurze, unbefestigte Strecke auf der anderen Seite des Kreisels. Wer auf Asphalt fahren will, muss also nur die Seite wechseln.

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