Kreis Germersheim Schon als Sechsjähriger an Fahrrädern geschraubt

Wird ein Fahrrad verkauft, werden sämtliche Schrauben nachgezogen und alle beweglichen Teile geölt.
Wird ein Fahrrad verkauft, werden sämtliche Schrauben nachgezogen und alle beweglichen Teile geölt.

„Ich wollte bei der Arbeit schon immer mit Menschen, mit Kunden zu tun haben“, sagt Jürgen Ruckstuhl. Der gelernte Zweiradmechaniker eröffnete gestern vor 25 Jahren sein Germersheimer Radhaus. Und einen guten Rat beim Thema Rad hat Jürgen Ruckstuhl immer für seine Kunden.

Dass er sich vor einem Vierteljahrhundert für Germersheim und nicht für Wörth oder Kandel entschieden hat, ist auf eine Marktanalyse zurückzuführen, wie Jürgen Ruckstuhl rückblickend sagt. Zuerst war sein Laden in der Lilienstraße, dort, wo heute eine Reinigung ist. Nach dem Umzug an den Kirchplatz ging es im ehemalige Laden von Elektro-Grimm weiter – bis heute. Bereut hat er es eigenen Angaben nie. Er kann sich keinen anderen Beruf vorstellen, sagt er immer noch mit Überzeugung. „Ich habe schon immer gerne an Fahrrädern herumgeschraubt“, sagt der Heuchelheim-Klingener, der inzwischen mit seiner Familie in Berg wohnt. Nun macht er das nicht mehr nur an seinen eigenen Fahrrädern, sondern auch an denen für seine Kunden. Kaufe ein Kunde ein Fahrrad, gebe es immer kleinere Dinge die abgeändert oder ergänzt werden. Doch ein Teil seines Geschäftes machen auch Unikate aus, die komplett handgefertigt werden. Ausgewählt werden kann zwischen verschiedenen Rahmenformen- und höhen bis zu den einzelnen Baugruppen und Farben. Bemerkbar macht sich im Germersheimer Radhaus inzwischen auf jeden Fall der Online-Verkauf: „Von 100 Kunden die ich berate, gerade im Frühjahr vor Ostern, wenn es um Kinderfahrräder geht, kaufen anschließend 40 im Internet die Fahrräder“, plaudert Ruckstuhl aus dem Nähkästchen. Gewandelt hat sich im Laufe der Zeit natürlich die Art der Fahrräder. „Rennräder verkaufe ich eigentlich keine mehr“, sagt Ruckstuhl. Dafür seien Elektroräder – Pedelecs – ins Programm genommen worden. Sie machten inzwischen rund 30 Prozent des Umsatzes aus. „Wichtig ist das Zubehörgeschäft geworden“, sagt Ruckstuhl, der bei Zweirad-Acker in Landau ausgebildet worden war, und zeigt auf unterschiedlichen Helme oder Fahrradtaschen. Meist steht Ruckstuhl alleine im Laden oder in der Werkstatt. Doch in Stoßzeiten gibt es Helfer, die ihn unterstützen. Gerade jetzt, wenn das Frühjahr losgeht, lassen viele Kunden ihre Fahrräder nachschauen. Info www.germersheimer-radhaus.de

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