Kreis Germersheim Schlaflose Nacht für 70 Wehrleute
Um 5.25 Uhr am Donnerstagmorgen war der Einsatz endlich beendet. Zuvor waren seit 17.30 Uhr am Mittwochabend die Mitglieder von fünf freiwilligen Feuerwehren damit beschäftigt, einen Brand in einer Schreinerei in Schaidt zu löschen. Ein Silo musste in Handarbeit leer geschaufelt werden.
Als die Feuerwehr um 17.30 Uhr alarmiert wurde, schlugen die Flammen schon aus dem Dach des Silos. „Ein deutlich sichtbarer Brand“, sagt Steffen Reidt, bei der Freiwilligen Feuerwehr Wörth zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Brand selbst war jedoch recht zügig unter Kontrolle. Personen kamen nicht zu Schaden, auch ein Übergreifen auf die Schreinerei konnte verhindert werden. Dennoch war es ein sehr aufwendiger Einsatz, bei dem sich 70 Wehrleute die Nacht um die Ohren geschlagen haben. Silos verbrennen nicht vollständig, sondern glimmen weiter, erläutert Reidt. „Das hätte noch Tage vor sich hin geschwelt.“ Da die Holzschnitzel ganz dicht gesetzt waren, wurden sie vom Wasser nicht erreicht. Das Silo musste also vollständig in Handarbeit entleert werden. Feuerwehrleute wurden mit Atemmasken ausgerüstet, gingen nacheinander mit Schaufeln in das Silo hinein und brachten die glimmenden Holzschnitzel nach draußen. Dort wurden diese mit einem Bagger auf die Seite gehoben. Etwa 60 Kubikmeter Holzschnitzel wurden so an die frische Luft gebracht. Insgesamt wurden rund 50 Pressluftflaschen der Atemschutzgeräte benötigt. Bei diesen sogenannten umluftunabhängigen Atemmasken trägt der Feuerwehrler eine Flasche mit Luft auf dem Rücken. So wird verhindert, dass die Wehrleute den Rauch einatmen. Allerdings ist die Luft, ähnlich wie beim Tauchen, begrenzt. Dazu kommt die hohe körperliche Anstrengung beim Schaufeln, erläutert Reidt. Im Einsatz waren zunächst die Feuerwehren aus Wörth, Büchelberg, Maximiliansau und Schaidt. Wegen des hohen Bedarfs an Atemschutzgeräten wurden zusätzlich die Wehren aus Rülzheim und Kandel angefordert. Der Rettungsdienst war nicht die ganze Zeit vor Ort, dafür dauerte der Einsatz schlicht zu lange. „Für den Schutz aus medizinischer Sicht“ war dennoch gesorgt, sagt Reidt. Der DRK Ortsverband Schaidt sei eingesprungen und habe zudem für die Heißverpflegung der Wehrleute gesorgt. Der Brand war vermutlich von einem technischen Defekt bei einer Sägeanlage der Schreinerei ausgelöst worden.