Wörth Schülertheater: Worauf es im Leben ankommt
„Worauf kommt es im Leben wirklich an?“ Diese Frage stand am Anfang des Theaterprojektes. „Die Schülerinnen und Schüler haben das Stück gemeinsam geschrieben, konzipiert und über Monate hinweg eigenständig entwickelt“, erzählt Julian Weis, der gemeinsam mit Studienrätin Chantal Volkemer die Theater-AG des Europa-Gymnasiums leitet. In Zusammenarbeit mit der Masken-AG und der Technik-AG sowie der Unterstützung von Bühnenbildnern und Kunstlehrern ist das Stück „NO EXIT“ entstanden, eine beeindruckende Inszenierung, die am Freitag, 29. Mai, um 19 Uhr im Atrium der Schule Premiere feiert. Aufgeführt wird das Stück auch am Samstag, 30. Mai, um 14 Uhr und um 19 Uhr im Atrium der Schule unter dem Titel „NO EXIT“.
Weis ist als PES-Kraft im Gymnasium tätig. Also als Vertretungslehrer aus dem Programms PES (Personalmanagement im Rahmen erweiterter Selbstständigkeit von Schulen). Ziel des Programms ist es, kurzfristigen Unterrichtsausfall durch Krankheiten oder Fortbildungen direkt an den Schulen zu verhindern. Weis ist noch im Studium mit den Fächern Sozialkunde, Deutsch und Darstellendes Spiel, wofür er bereits das Zertifikat besitzt.
Eigene Erfahrungen fließen mit ein
Aus ersten Gesprächen, Improvisationen und persönlichen Gedanken der Schüler entstand nach und nach ein Stück über Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise feststecken – in Erwartungen, Beziehungen, Ängsten, Erinnerungen oder in sich selbst. „Dabei flossen nicht nur eigene Erfahrungen und Beobachtungen in die Entwicklung ein, sondern auch Motive aus Kunst, Literatur und Musik, die uns während des Arbeitsprozesses begleitet haben. Viele Bilder und Szenen des Stücks entstanden aus diesen Begegnungen zwischen persönlichen Erlebnissen und künstlerischen Ideen. Aus ihnen entwickelten sich schließlich die zentralen Symbole der Inszenierung: der Aufzug, das Steckenbleiben, das Warten, der Stillstand“, heißt es im Programmheft.
Worum geht es? Ein Aufzug bleibt stehen. Was zunächst wie ein alltäglicher Zwischenfall wirkt, wird für die Menschen darin zunehmend zur Konfrontation mit sich selbst. Draußen läuft die Welt weiter. Sie sind aber gezwungen zu bleiben: miteinander, mit ihren Gedanken, Erinnerungen, Ängsten und ungelösten Konflikten. Dabei könnten diese Menschen unterschiedlicher kaum sein. Der Aufzug wird zum Spiegel, zum Zwischenraum zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, zwischen Einsamkeit und Begegnung.
Rollensplitting als zentrales Element
„NO EXIT“ ist deshalb ein Stück über das Funktionieren, das Feststecken und die Frage, worauf es im Leben wirklich ankommt, wenn plötzlich nichts mehr weitergeht. Die Trennung zwischen „im Aufzug“ und „außerhalb des Aufzugs“ macht sichtbar, dass Menschen niemals nur aus dem bestehen, was andere von ihnen sehen – so lautet das Konzept.
Ein zentrales Element der Inszenierung ist das sogenannte Rollensplitting. Mehrere Figuren werden bewusst von unterschiedlichen Schauspielerinnen und Schauspielern dargestellt. Damit bekamen möglichst viele Schüler der Theater-AG eine bedeutende Rolle im Stück und ein wichtiger künstlerischer Bestandteil der Inszenierung entwickelte sich daraus. Die Figuren begegnen dadurch nicht nur anderen Menschen, sondern immer wieder auch sich selbst.
Die Masken begleiten die Figuren während des gesamten Stückes. Sie sind keine festen Charaktere, sondern verändern ihre Bedeutung immer wieder. Mal sind sie Menschenmengen, gesellschaftliche Erwartungen oder Erinnerungen, dann wieder innere Stimmen, Zweifel, Leistungsdruck oder die Angst davor, nicht zu genügen.
Info
Tickets kosten fünf Euro. Eine Reservierung ist über die Mailadresse Theater-Ag@egwoerth.de möglich.