Kreis Germersheim Schüler schlagen Brücke in die Türkei

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„Nicht nur Brücken bauen, sondern auch nutzen.“ So lautet das Motto des multilateralen Partnerschaftsprojekts von Comenius, dem europäischen Programm für die schulische Bildung. Dank des Engagements von Uwe Kleu, Projektleiter und ständiger Vertreter des Schulleiters, kann die Berufsbildende Schule (BBS) Germersheim Netzwerke mit einer Schule in Polen, der Schweiz und der Türkei aufbauen. Beim ersten Treffen der vier Partnerschulen in der Türkei wurde Kleu von Michaela Burckschat, Fachlehrerin für Friseure, und Winfried Hagenmüller, Fachlehrer für Kfz-Technik, sowie zwölf Auszubildenden begleitet. Das Unterrichtsprojekt „Brücken bauen und nutzen“ ermöglicht schulischen Einrichtungen in Europa, erste Kontakte zu knüpfen und langfristige Partnerschaften aufzubauen. In der ersten Phase des Projekts sollen die Schüler verschiedener Berufsgruppen ihr eigenes Arbeitsumfeld unter den Aspekten der soziokulturellen Begebenheiten analysieren und dieses anschließend mit anderen Berufsgruppen in Diskussionen vergleichen. In der zweiten Phase des Projektes erhalten alle Schüler einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsfelder der Partnerländer. Bei den gegenseitigen Besuchen erleben die Teilnehmer hautnah die beruflichen und soziokulturellen Unterschiede, gemäß dem Sprichwort „andere Länder, andere Sitten“. Die BBS Germersheim war in der Türkei vertreten durch jeweils zwei Schüler folgender Fachrichtungen: Kfz-Mechatronik, Friseure, Metalltechnik, Fachkräfte für Lagerlogistik sowie aus den kaufmännischen Berufen Groß- und Außenhandelskaufleute und Kauffrau für Bürokommunikation. Die Delegation aus den drei europäischen Ländern wurde von dem türkischen Gastgeber und Projektleiter Cengiz Keser empfangen und mit landestypischen Speisen und Getränken bewirtet. Marta Aleksiewicz-Drab, die polnische Projektleiterin, und Thomas Weber aus der Schweiz sowie alle begleitenden Lehrkräfte und Schüler zogen ein durchweg positives Fazit nach dem ersten Kennenlernen. Die deutschen Teilnehmer lobten besonders die türkische Gastfreundschaft. „Das hätte ich nicht erwartet“, schwärmte eine Schülerin. Ein besonderer Höhepunkt war auch der Ausflug nach Kappadokien, seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO. Das vulkanische Tuffgestein formte eine einmalige Landschaft. Bei Musik konnten die Teilnehmer in den Höhlen speisen. Nach ihrer Rückkehr erzählten die Teilnehmer viele lustige Anekdoten von der Reise nach Anatolien. So erfuhren die Kollegen beim Genuss von türkischem Nougat, dass es von Seiten der türkischen Gastgeber bei jeder Gelegenheit hieß: „Jetzt trinken wir erst einmal eine Tasse Chai“ – den typischen süßen Tee. Die Ruhe und Gelassenheit ihrer Gastgeber lernten die Teilnehmer bald schätzen. Die nette Atmosphäre trug zu einem angenehmen Arbeitsklima bei und förderte die interkulturelle Zusammenarbeit, die Toleranz und das Verständnis für die anderen Kulturen. Im Großen und Ganzen verlief die Verständigung gut. Dennoch wurde den Schülern die Bedeutung von Fremdsprachen, insbesondere Englisch, bewusst. So bemängelten beispielsweise die Kfz-Mechatroniker, dass in ihrer Ausbildung leider kein Englischunterricht vorgesehen ist. Obwohl die Projektsprache Deutsch ist, müssen die Schüler sich mit den Muttersprachen der Partnerschulen auseinandersetzen. Denn die Interviewsprache ist meist die Landessprache. Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse können Schüler mit türkischem oder polnischem Migrationshintergrund aus Deutschland oder der Schweiz als Dolmetscher fungieren und ihren Mitschülern soziokulturelles Wissen näherbringen. Sie übernehmen somit eine zentrale Rolle im Projekt.

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