Kandel
Sabrina Paul: Vom „perfekten Dinner“ zur „Küchenschlacht“
Mit der 35-jährigen Hobbyköchin aus Kandel haben ganz viele Menschen aus der Region bereits im Februar vor den Bildschirmen mitgefiebert. Da sicherte sie sich in einem Herzschlagfinale gemeinsam mit dem Landauer Max Hoyer den Sieg in der Kochshow „Das perfekte Dinner“ des Privatsenders VOX. Sie erinnert sich: „Auf einmal ging alles Schlag auf Schlag. Mitte März war ich dann schon in Hamburg.“ Unmittelbar nach ihrem Erfolg fragte das ZDF an, ob sie nicht bei der „Küchenschlacht“ mitmachen möchte. Bestärkt hat sie ihre Freundin Isabell Götz, die gerade in Mutterschutz ist und großer Fan der Sendung ist.
Dem Jahressieger winken 25.000 Euro Preisgeld
Begleitet von Deutschlands bekanntesten TV-Köchen treten jede Woche sechs Kandidaten am Herd gegeneinander an. Eine Jury bewertet, wer den besten Job macht und im großen Finale dabei sein darf. In einem Ausscheidungswettbewerb muss täglich ein Kandidat die Heimreise antreten. Die Verbliebenen treten am Folgetag erneut gegeneinander an. Der Gewinner qualifiziert sich mit fünf weiteren Wochensiegern für die „ChampionsWeek“. Die sechs Sieger dieser Wochen kochen am Jahresende in einer großen Finalwoche gegeneinander, das Preisgeld für den Jahressieger beträgt 25.000 Euro.
Die „Küchenschlacht“ wurde 2008 eingeführt und erzielt seitdem Top-Einschaltquoten auf dem Sendeplatz am frühen Nachmittag. Über zwei Millionen Zuschauer schalten täglich ein, die Resonanz ist deutlich höher als bei den Formaten verschiedener Privatsender. Die Aufgabe ist jeden Tag anders – und war den Kandidaten im Vorfeld genannt worden. Für Montag sollte das jeweilige Lieblingsgericht auf dem Plan stehen, dienstags eine Vorspeise, mittwochs eine vegetarische Speise, für den Donnerstag hieß das Motto „Burger and Sandwiches“, und am Finaltag galt es, ein Rezept des moderierenden Promikochs umzusetzen.
Anspannung größer als beim „perfekten Dinner“
Was war anders als beim „perfekten Dinner“? „Ich war dieses Mal nicht in meiner gewohnten Umgebung zu Hause. Die Anspannung und Aufregung war viel größer, zumal die Bewertung von echten Profis kam.“ Schließlich sitzen in der Küchenschlacht-Jury durchweg Inhaber oder Chefköche von Deutschlands bekanntesten und exklusivsten Gourmettempeln. Den höchsten Bekanntheitsgrad hat sicher Moderator Nelson Müller. Der Sohn ghanaischer Eltern tritt sehr häufig in Kochsendungen auf und ist ein erfolgreicher Soulsänger.
Begleitet in die Elbmetropole wurde Sabrina Paul von ihrem Partner Martin Kremer und Papa Joachim Paul, beides Fußballverrückte. Kremer ist aktuell Trainer des Bezirksligisten TSG Deidesheim. Paul übte diese Funktion vor vielen Jahren unter anderem beim TSV 08 Freckenfeld aus. Seine Tochter meint lachend: „Ganz ohne Fußball ging die Woche natürlich nicht. Deshalb gab es noch einen verlängerten Aufenthalt mit Rahmenprogramm für meine Männer.“ Über ihre Kontakte zu Fans der TSG Hoffenheim ergatterte sie drei heißbegehrte Tickets für das Freitagsspiel der Kraichgauer beim FC St. Pauli unter Flutlicht am Millerntor. Einen Tag später stand eine Tour im Volksparkstadion beim Stadtrivalen Hamburger SV auf der Agenda.
Gesangseinlage im Fernsehen
Über ihre Platzierung bei der „Küchenschlacht“ darf Sabrina Paul natürlich keine Auskunft geben. Doch ein Geheimnis gibt sie doch preis: Am ersten Tag ist sie schon mal nicht ausgeschieden. Und noch etwas verrät Paul: Der Redaktion war bekannt, dass sie und ihr Vater als Gesangsduo „Jo und Sabrina“ eine regionale Größe bilden. Deshalb gab sie dem Wunsch nach und sang an einem Wochentag während des Kochens den Schlager „Du hast mich tausendmal belogen“ von Andrea Berg, „Jo“ begleitete sie an einer flugs organisierten Gitarre.
Zur Sache: Jury und Speiseplan
Die Jurymitglieder der Küchenschlacht-Woche hießen Ralf Zacherl, Marco Müller, Titti Qvarnström, Maurizio Oster und Milena Broger. Bereits im Vorfeld musste Sabrina Paul für die gesamte Woche einreichen, was sie an welchem Tag kochen würde – vorausgesetzt, sie kommt weiter. Ihr Speiseplan: Gelbes Thai Curry mit Lachsfilet und Reis (Leibgericht); Lachs-Avocado-Tatar mit Süßkartoffelpuffer und Wasabi-Mayonnaise (Vorspeise); Gelbe Beete Carpaccio mit Rote Beete Glasnudelsalat, gebackener Chicorée mit Ziegenkäse Wan Tan und Orangen-Sesam-Creme (vegetarisch); Garnelenburger im Waffelstyle mit asiatischem Gurkensalat (Motto Sandwich/Burger).