Kreis Germersheim
Südpfalzkliniken im Kreis Germersheim holen Pflegekräfte aus der Rente
Noch wird in den Asklepios-Kliniken Germersheim und Kandel kein Patient mit Covid-19 behandelt. Das ist der Stand von Donnerstagabend, der sich jedoch jederzeit ändern kann. Denn mit den bundesweit steigenden Zahlen an Infektionen mit dem Coronavirus wird auch im Landkreis Germersheim mit einer steigenden Anzahl an beatmungspflichtigen Intensivpatienten gerechnet.
Zahl der Intensivbetten wird erhöht
Die Südpfalzkliniken strukturieren deshalb um. Jede nicht medizinisch notwendige Operation, die eine Betreuung auf der Intensivstation nach sich ziehen würde, werde vermieden, teilte Geschäftsführer Frank Lambert auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Die beiden chirurgischen Abteilungen in Kandel wurden deshalb zusammengelegt. Dadurch wurden Pflegekräfte frei, die nun für die Intensivbetreuung geschult werden. Außerdem hat die Klinik beim Ministerium den Bedarf an Medizintechnik für 16 zusätzliche Beatmungsplätze beim Ministerium gemeldet, so Lambert.
Auf der Intensivstation in Kandel gab es vergangene Woche noch sechs Betten, dazu kommen 10 Betten in der sogenannten Intermediate Care (IMC). Dort werden zum Beispiel Schlaganfallpatienten überwacht. In Germersheim liegen die fünf Betten der Intensivstation und die sieben Betten der IMC räumlich zusammen.
Alle Notfälle gehen nach Kandel
Alle Notfälle werden ab sofort zentral in der Asklepios-Klinik in Kandel aufgenommen. „Durch die Konzentration erreichen wir die frühzeitige Trennung von Risikogruppen“, sagt Lambert. Die Mitarbeiter in der Zentralen Notaufnahme seien vom Infektiologen und dem Hygienepersonal schon auf die neue Situation vorbereitet worden.
Der Pandemie-Plan hat auch Auswirkungen auf Patienten: Wer bald entlassen wird, bleibt am bisherigen Standort. Patienten mit längerer Liegezeit hingegen werden schon zu Beginn der kommenden Woche nach Germersheim verlegt. Auch die geriatrische Versorgung wird schrittweise nach Germersheim verlagert, um in Kandel Platz für Notfall- und Infektionspatienten zu schaffen. Gleichzeitig wechselt internistisches Fachpersonal zwischen den Standorten. Schon ab Montag sollen Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten dann am jeweils neuen Arbeitsort im Einsatz sein.
Die Kliniken bemühen sich auch um weiteres Fachpersonal: Ärzte und Pflegekräfte, die in den vergangenen drei Jahren in Ruhestand gegangen sind, werden nun aktiv angesprochen, ob sie im Bedarfsfall bereit wären, die Arbeit wieder aufzunehmen, sagt Geschäftsführer Lambert.
Die Bereitschaftsdienstzentrale der Kassenärztlichen Vereinigung ist von den Veränderungen nicht betroffen. Weiterhin möglich sind Sprechstunden und vorstationäre Behandlungen. Die Klinik bittet Patienten, am Empfang darauf hinzuweisen.