Kreis Germersheim Südpfälzer Jugend debattiert auf hohem Niveau

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«Wörth.»„Im Leben Kompromisse zu finden ist am wichtigsten, denn ohne sie geht es ohnehin nicht“ . Gerade hat die siebzehnjährige Sarah Liebel vom Goethe-Gymnasium in Germerheim den Regionalwettbewerb ihrer Altersgruppe (Klasse 11 bis 13) gewonnen: sehr gut vorbereitet, mit souveränem Auftritt und sicherer Argumentation. Nun darf sie am 12. April im großen Landesfinale im Mainzer Landtag um den Einzug in das Berliner Bundesfinale debattieren.

Zuvor hatte das Regionalfinale des Wettbewerbs Jugend debattiert im Europa-Gymnasium an zwei Vormittagen wieder mit aktuellen Themen und engagierten Teilnehmern aus der ganzen Südpfalz glänzen können. Aus acht Finalisten der Sekundarstufen I und II wurden am Ende dann jeweils zwei Gewinner ermittelt. Als Zweite hinter Liebel siegte Helen Henschel (17) aus Speyer (Nikolaus-von-Weis-Gymnasium). Und in der Gruppe der Klassen 8-10 lagen wiederum Vivien Deusch (16) vom Schulzentrum Bad Bergzabern sowie Adrian Koslowski vom Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium in Dahn vorne. „Das meiste meines Allgemeinwissens nehme ich aus Gesprächen mit meiner Mutter und der Oma mit. Die war schließlich mal Bürgermeisterin in Rumbach“, hatte der 15-Jährige das Geheimnis seiner Kenntnisse schon vorab gelüftet. Für den Regionalverbundkoordinator Ansgar Uelhoff (Realschule plus und Fachoberschule Dahn) ist auch der diesjährige Wettbewerb mit hunderten Teilnehmern von 13 Südpfälzer Schulen wieder ein großer Erfolg. Das Niveau sei ausgezeichnet gewesen, obwohl er doch überrascht war, dass die Finalisten beim Thema „Sollen in stark belasteten Innenstädten Diesel-Fahrverbote erlassen werden?“ nicht mit einem Wort auf das brandaktuelle und viel diskutierte Urteil aus Leipzig und dessen Folgen eingegangen waren. Grundsätzlich taugen ihm die populären TV-Talk-Shows nicht als Vorbild: „Die Schüler sind viel disziplinierter und lassen das Gegenüber auch ausreden“. Rund eine Woche hatten alle Teilnehmer Zeit gehabt, sich mit den Finalthemen auseinanderzusetzen und sich vorzubereiten. Heraus kamen dann Debatten mit einer Argumentationstiefe, in denen der Speyerer Projektlehrer Martin Bewert gerne einmal einen richtigen Politiker sitzen sehen möchte. Sein Schmunzeln verrät, dass er bei diesem das hohe Schüler-Niveau nicht zwangsläufig voraussetzt. Für die Schüler selbst sieht er in diesem Wettbewerb nur Vorteile. Denn schließlich freuten sie sich nicht nur auf schöne Kontakte mit Mitbewerbern, sondern nähmen auch Rüstzeug für ein späteres Berufsleben mit, in dem das sich Präsentieren immer wichtiger würde. Ganz abgesehen von dem grundsätzlichen Spaß an der Sache , sich in einem solchen Turnier zu beweisen. Die Finalisten der Sekundarstufe I hatten sich dem Thema „Videoüberwachungen auf Bahnhöfen mit automatisierter Gesichtserkennung“ stellen müssen. Für Siegerin Deusch „ein sehr interessantes und aktuelles Thema, zumal ich mich als Mädchen in Bahnhöfen auch öfter sehr unsicher fühle“. In der Debatte war sie dies freilich nicht und argumentierte klug und mit reichlich Fakten für eine Einführung des Systems. Nach Ostern geht es für sie dann im Mainzer Landesfinale weiter, zuvor bekommt sie wie alle anderen Teilnehmer noch einen zweitägigen Rhetorik-Kurs obenauf.

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