Kreis Germersheim Reifenlager wird eingeräumt

Gigantisch: Insbesondere beim Blick von oben werden die Ausmaße des Conti-Reifenlagers im Norden Bellheims ersichtlich. 37.000 Q
Gigantisch: Insbesondere beim Blick von oben werden die Ausmaße des Conti-Reifenlagers im Norden Bellheims ersichtlich. 37.000 Quadratmeter misst das 14-Millionen-Euro-Projekt. Die beantragte Lärmschutzwand soll zum Gewerbegebiet hin errichtet werden.

Mitte vergangenen Jahres begann der Bau des riesigen Reifenlagers am Ortsausgang von Bellheim in Richtung Westheim. Jörg Harbrecht, Geschäftsführer von Ceva Logistics, der Frankfurter Firma, die das Lager betreibt, bestätigte auf Anfrage RHEINPFALZ-Informationen, wonach es seit einiger Zeit eingeräumt wird. Am 6. Juni soll es im Vollbetrieb laufen, sollen Kunden im süddeutschen Raum beliefert werden, teilte er ergänzend mit,

Morgen wird sich auch der Gemeinderat Bellheim mit dem Thema „Reifenlager“ befassen. Der Bauherr hat bei der Gemeinde den Bau einer Lärmschutzwand entlang der gesamten südlichen Grundstücksgrenze zum Gewerbegebiet hin beantragt mit dem Ziel „seine Betriebszeiten auch über Nacht auszuweiten“. Das geht aus der Sitzungsvorlage hervor. Das sei aber wegen des Schallschutzes und des Bebauungsplans derzeit nicht möglich. So dürften nach aktuellem Stand zwischen 22 und 6 Uhr keine Lastwagen den Betriebshof anfahren und das Be- und Entladen sei nur bis 24 Uhr möglich. Nun argumentiere der Bauherr, dass es „für eine zukunftssichere Logistikanlage allerdings unabdingbar“ sei, dass auch während der Nacht Aktivitäten möglich sind. „Um die im Bebauungsplan vorgegebenen Schallkontingente nicht zu überschreiten, wird somit eine Schallschutzwand notwendig.“ Dazu habe der Antragssteller drei Varianten eingereicht mit einer Höhe von fünf bis sieben Metern; wobei der Bauherr die Sieben-Meter-Variante favorisiere. Der Bauausschuss habe das Thema bereits beraten, aber wegen offener Fragen keine Beschlussempfehlung an den Rat ausgesprochen. Unter anderem wollten die Ausschussmitglieder wissen, „ob durch den Bau der Lärmschutzwand irgendwelche Ansprüche entstehen für das Nachbar-Gewerbegebiet“. Wie die Verwaltung inzwischen herausgefunden hat, ist dies nicht der Fall. Laut Bebauungsplan „Gewerbegebiet Nordost V“ dürfen Einfriedungen nur bis zu 2,20 Meter hoch sowie aus Metall und Holz sein. Geschlossene Metallwände hingegen seien unzulässig. Deshalb habe der Antragsteller die entsprechende Abweichung vom Bebauungsplan beantragt. Die Beurteilung von Immissionsschutz und Betriebszeiten obliegt der Kreisverwaltung, heißt es in der Sitzungsvorlage. Gebaut hat die Lagerhalle das mittelständische Logistikunternehmen Honold mit Sitz in Neu-Ulm; ihm gehört auch das Gelände. Bei einer Ausschreibung des Reifenherstellers Conti, dessen Produkte eingelagert werden sollen, setzte sich jedoch Ceva durch (wir berichteten am 7. November 2016). Nach früheren Angaben sollen in der etwa 37.000 Quadratmeter großen und 14 Millionen Euro teuren Halle 80 bis 100 Menschen arbeiten. Info Sitzung des Gemeinderats Bellheim, morgen, 19 Uhr, Rathaus. Themen sind unter anderem: Bebauungspläne Westspange und In den Dornen, CDU-Antrag auf Bürgerentscheid zum geplanten Geothermiekraftwerk, Vorstellung des neuen Ortsvorsitzenden des Deutschen Roten Kreuzes, Klaus Walter, 20 Jahre Schülerhort, französische Spracharbeit in Kitas Flohzirkus und Spatzennest, Sitzbänke an Bushaltestellen, Informationen und Anfragen, Einwohnerfragestunde.

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