Kreis Germersheim Projekt „Mehrzweckhalle“ geht an den Start

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Höchste Zeit, in Sachen Mehrzweckhalle an den Start zu gehen – darin waren sich die Ratsmitglieder in der Gemeinderatssitzung einig. Zunächst werden die Ortsbürgermeisterin und ihre Beigeordneten beauftragt, mit der Kommunalaufsicht Gespräche über die Kreditgenehmigung zu führen.

Rückblick: Im August 2017 hatten die Architekten Haack-Lauerbach, Ottersheim, das Bürgerhaus genau unter die Lupe genommen und eindeutig festgestellt, dass die jetzige Halle nicht sanierungsfähig ist. Vier Monate nach dieser Hammer-Diagnose streckte die Gemeinde die Fühler im Januar für die Finanzierung eines Neubaus in Richtung Verbandsgemeinde aus. Die hatte bereits 400.000 Euro dafür in den Haushalt gestellt. Das Geld könne aber nur fließen, wenn die Ortsgemeinde ein „schlüssiges Konzept erarbeitet, was auch die erforderlichen Belange der Grundschule berücksichtigt“, hieß es aus Kandel. Mit dem Investitionsstock, kurz I-Stock genannt, hat das Land Rheinland-Pfalz ein Förderprogramm, das genau auf so ein Vorhaben zugeschnitten ist, das „dem Wohl der Allgemeinheit und der Entwicklung der Infrastruktur“ dient. Voraussetzung: Für einen Förderantrag muss die Planung für den Hallenneubau nach DIN 276 vorliegen. Diese Norm verlangt die Planung der Architekten für das Gebäude, Gutachten zum Beispiel über den Boden oder die Standfestigkeit, die Planung der Freianlagen sowie die Planung sämtlicher Gewerke. Die Mittel für diese Planung wurden bereits in den Doppelhaushalt eingestellt, aber Freckenfeld müsste dafür einen Investitionskredit aufnehmen. Bisher verweigerte die Kommunalaufsicht die Kreditgenehmigung, verlangt detaillierte Begründungen. Mit seinem Beschluss, das Büro Haack-Lauerbach und noch zu benennende Fachbüros mit der Leistungsphase 1 bis 3 (Grundlagenermittlung, Vorplanung und Entwurfsplanung) für den Neubau einer Mehrzweckhalle zu beauftragen, geht Freckenfeld jetzt an den Start. Wenn die Vorplanung und eine Kostenschätzung vorliegen, dann werden die Ortsbürgermeisterin und die Verwaltung weitere Gespräche mit dem Fördergeber führen. „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, die Halle ist wichtig für unser Dorf“, waren sich SPD- und CDU-Fraktion einig. Auch die FWG stimmte zu, aber Heiko Möller mahnte, „alle Maßnahmen müssen dann auf Schulden gemacht werden“. Ab Juli können die Freckenfelder und Grundstückseigentümer, die Flächen an den Windpark verpachtet haben, Anteile am Windpark zeichnen. Das teilte Martin Thürwächter (CDU), Erster Beigeordneter der Gemeinde, in der Ratssitzung mit. Der Vertrieb der Anteile gehe ausschließlich über das Internet. Zurückhaltend sei bisher auf das Angebot Bürgerstrom reagiert worden, so Thürwächter. Wer sich für diesen lokalen Anbieter entscheide, habe einen Preisvorteil von drei Cent pro Kilowattstunde. „Unseriös“, hakte Peter Neubauer (SPD) ein und verwies auf eine ältere Vereinbarung mit der EnBW, in der die Rede von vier Cent pro Kilowattstunde gewesen sei. Dazu zitierte Thürwächter eine Information des Energieunternehmens, in der auf die EEG-Richtlinie Bezug genommen wird, die zum Zeitpunkt der Vereinbarung über den Bürgerstrom in Freckenfeld noch nicht bekannt gewesen sei. Mehrheitlich versagte der Gemeinderat die Zustimmung zu einem Bauantrag für eine Infotafel des Windparks. Diese sollte zusammen mit zwei Bänken und einem Tisch unter einer Linde am Höhenweg aufgestellt werden. „Das wird zu eng“, warnte Peter Neubauer (SPD). Dort hätten Grundstückseigentümer, die seiner Meinung nach vom Windpark profitierten, so viel Fläche, dass sie zehn Quadratmeter für den Aussichtspunkt an die Gemeinde abgeben könnten. Damit stand er nicht allein im Rat. Bürgermeisterin Gerlinde Jetter-Wüst (SPD) erläuterte, dass die Gemeinde nur ihre Zustimmung für das Aufstellen der Infotafel geben müsse. Bänke und Tisch müssten nicht genehmigt werden. Allerdings sei das Ganze als Aussichtspunkt auf den Windpark gedacht.

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