Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Plana Küchenland in neuem Gewand (mit Bildergalerie)

Jürgen Geißler mit seinem Sohn und potenziellen Nachfolger Philipp.
Jürgen Geißler mit seinem Sohn und potenziellen Nachfolger Philipp.

Nach dem Komplettumbau präsentiert sich Plana völlig neu. Die modernisierte und neu gestaltete Verkaufsfläche ist zwar geschrumpft, das Angebot aber gewachsen.

Ein völlig neues Erscheinungsbild bietet das Plana Küchenstudio im Germersheimer Gewerbegebiet. Nachdem das Gebäude völlig entkernt worden ist und eine neue Infrastruktur, also zum Beispiel Wasser, Strom, IT, erhalten hat, wurde auch die Ausstellungsfläche komplett neu konzipiert und gestaltet. Auch hinter den Kulissen wurde einiges verändert, zum Beispiel Büros und Sanitärräume erneuert und das Lager umstrukturiert. Plana-Geschäftsführer Jürgen Geißler beziffert die Investition auf „eine höhere sechsstellige Summe“.

Diese Küche ist exklusiv – auch preislich. Dahin will sich Plana weiterentwickeln.
Diese Küche ist exklusiv – auch preislich. Dahin will sich Plana weiterentwickeln.
Eine von drei Sichtachsen. Sie führen nicht nur den Blick der Besucher in die Tiefe der Ausstellungsfläche.
Eine von drei Sichtachsen. Sie führen nicht nur den Blick der Besucher in die Tiefe der Ausstellungsfläche.
Die ausgestellten Küchen sind unterschiedlich groß und für unterschiedliche Ansprüche.
Die ausgestellten Küchen sind unterschiedlich groß und für unterschiedliche Ansprüche.
Da die Küchen zunehmend offen gestaltet werden, gibt es auch Wohnmöbel bei Plana.
Da die Küchen zunehmend offen gestaltet werden, gibt es auch Wohnmöbel bei Plana.
Eine Dektonplatte als Kochfeld. Die kleinen Metallpunkte links der Töpfe erhitzen diese samt Inhalt.
Eine Dektonplatte als Kochfeld. Die kleinen Metallpunkte links der Töpfe erhitzen diese samt Inhalt.
Möbel für ein Ankleidezimmer (Foto) sind ebenso im Programm wie die für eine Waschküche.
Möbel für ein Ankleidezimmer (Foto) sind ebenso im Programm wie die für eine Waschküche.

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Geißler (62) beschreibt die in warmen Farbtönen gehaltene und zum Jahresbeginn eröffnete neue Ausstellungsfläche als „offen, hell und zukunftsorientiert“. Letzteres wohl auch deshalb, weil sein Sohn Philipp (31) nun in die Geschäftsführung eingetreten ist, zentrale Führungsaufgaben übernommen hat. Er leite die Filiale in Heidelberg und soll eines Tages in dritter Generation das vor 40 Jahren gegründete Unternehmen fortführen, das mit Ludwigshafen noch einen dritten Standort habe. Aus Altersgründen aus der Geschäftsführung ausgeschieden ist Ende vergangenen Jahres Jürgen Geißlers Bruder Michael (65). Beide führten zusammen viele Jahre die Geschäfte des von ihrem Vater Werner Geißler 1986 gegründeten Unternehmens.

Anfangs noch in Innenstadt

Zu Beginn habe dieses über eine kleine Ausstellungsfläche in der Germersheimer Innenstadt verfügt, ehe man in den deutlich größeren Neubau in der Münchener Straße umzog. Firmierte das Unternehmen zu Beginn noch unter „Küche und Wohnen“ erfolgte 1991 der Wechsel zum Franchiseunternehmen Plana. – Franchising ist ein kooperatives Vertriebssystem. Ein Franchisegeber hat ein eingeführtes Geschäftsmodell, eine Marke und Wissen, das er gegen Lizenzgebühren mit selbstständigen Franchisenehmern teilt. Bekannt ist das Modell auch von namhaften Fastfood-Ketten.

Damals, zu Beginn der 90er Jahre, habe man noch über eine Ausstellungsfläche von rund 2000 Quadratmetern verfügt samt Lager, sagt Geißler. Dieses sei größtenteils nach Pfinztal-Söllingen bei Karlsruhe verlegt worden, wo Plana ein Zentrallager unterhalte. „Vor dem Internet musste die Ausstellungsfläche groß sein“, sagt Jürgen Geißler. Seit dem Internet schauten sich die Kunden zunächst dort um und kämen danach gut vorinformiert ins Küchenstudio. Deshalb sei die Fläche von Plana in Germersheim zunehmend geschrumpft. Waren es vor der jüngsten Erneuerung noch etwa 1200 Quadratmeter, so erstrecke sich die Verkaufsfläche nun noch über 800 Quadratmeter. Nicht mehr benötigte Flächen im Gebäude seien an ein Fitnessstudio abgetreten worden, das sich nun erneut ausdehnen könne. Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl vor und hinter den Kulissen, die an den drei Standorten 18 betrage, habe die Flächenreduzierung im Prinzip nicht gehabt. Denn „die Kunden werden mehr“. Für die Montage greift man auf einen darauf spezialisierten Dienstleister zurück, zu dem eine familiäre Verbindung besteht, so Geißler.

Zwei weitere Küchenstudios

Über 30.000 Kunden habe man in all den Jahren versorgt, darunter viele „Wiederholungstäter“. „Aufgrund der Treue unserer Kunden bekommen wir es nicht so mit, dass der Markt gerade so ein bisschen wegbricht“, geht Geißler auf die aktuelle Wirtschaftslage ein. Denn inzwischen spüre auch die jahrelang boomende Küchenbranche die Folgen der aufgrund der Zinsentwicklung in den vergangenen Jahren schwächelnden Baukonjunktur und die auch den zahlreichen Krisen geschuldete Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Der Jahresumsatz, den er für Germersheim auf einen mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag beziffert, sei indes seit Jahren sehr stabil. Lediglich in der Coronazeit sei der Umsatz überdurchschnittlich gewesen, weil die Menschen sehr viel in die eigenen vier Wände investiert hätten. Ansonsten zeigt er sich optimistisch, dass die Wirtschaft wieder anspringt und die Leute ihre Kaufzurückhaltung aufgeben. Dann sei man gut am Start: sowohl mit dem nun erneuerten Haus in Germersheim, als auch mit dem vor wenigen Jahren renovierten und gleichgroßen Küchenstudio in Ludwigshafen, das seit 2008 besteht, und dem vor vier Jahren eröffneten Küchenstudio in Heidelberg mit 350 Quadratmetern. Wobei Geißler betont: „Wir sind zufrieden. Die Menschen geben nach wie vor für ein schönes Zuhause Geld aus.“

Wie viel, das sei ganz unterschiedlich. Die Bandbreite erstrecke sich vom vier- bis zum sechsstelligen Euro-Bereich. Der Durchschnitt liege bei 30.000 Euro. Um sich von Mitbewerbern abzuheben, habe man von Beginn an auf Wertigkeit gesetzt, guten Service und fachkundige Beratung. All das sei im Lauf der Zeit nach oben geschraubt worden. So biete die Filiale in Heidelberg, die unter „Orenda by Plana“ firmiere, Küchen im Luxussegment an. Germersheim sei auf dem Weg dahin.

Geißler weiß, und das wird auch auf der Ausstellungsfläche deutlich, dass die Küchen seit Jahren zunehmend zum Wohnraum hin geöffnet und in diesen integriert werden. Folglich werden auch Wohnraummöbel zum Verkauf angeboten.

Kunden aus Umkreis von 50 Kilometern

Die Kunden kommen meist aus einem Umkreis von etwa 50 Kilometern zu Plana in Germersheim, erzählt Geißler. Im Haus könnten sie aus neun Produktlinien auswählen. Sei diese Entscheidung getroffen, gehe es an die Detailarbeit. Schließlich sei der Individualfaktor bei der Küchenplanung sehr hoch.

Geißler verweist darauf, dass 80 Prozent der verkauften Arbeitsplatten aus (Natur-)Stein seien. Im Kommen sei ein extrem haltbares und sehr kompaktes Material aus einer Mischung von Glas, Porzellan und Quarz – Dekton. Dieses sei, unter hohem Druck und hoher Temperatur hergestellt, sehr hitzebeständig, kratzfest und pflegeleicht. Es könne auch als Induktionskochfeld dienen, in das wenige Millimeter kleine Metallpunkte eingelassen werden, die, wenn der Herd eingeschaltet und der Topf darauf gestellt ist, diesen samt Inhalt schnell erhitzen.

Der Franchisegeber

Geißlers Franchisegeber, die Plana Küchenland Lizenz und Marketing GmbH, hat ihren Sitz in Böblingen. Von dort aus unterstützen nach Unternehmensangaben rund 60 Beschäftigte ihre mehrere Hundert Kollegen bei den Franchisenehmern, zum Beispiel in IT-Angelegenheiten. Das 1988 gegründete Unternehmen hat in Deutschland 48 Standorte, überwiegend im Südwesten, davon 44 Küchenstudios. Den 2024 erzielten Umsatz beziffert Plana auf knapp 125 Millionen Euro, nach etwa 135 Millionen im Jahr zuvor. Plana Küchenland, das seit wenigen Jahren unter Plana firmiert, gehört seit 2010 der niederländischen De Mandemakers Groep. Diese zählt sich mit einem Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro zu Europas größten Möbelherstellern.

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