Kreis Germersheim Pläne für Kreuzung als „Humbug“ abgelehnt

Mehrheitlich lehnt der Gemeinderat Jockgrim den Planentwurf des Landesbetriebs Mobilität Speyer (LBM) zum endgültigen Umbau des Verkehrs-Knotenpunktes zwischen der L 540 und der Einmündung der Ortsrandstraße Jockgrim im Bereich der Wilhelmsruhe ab.
Seit 2013 ist an dieser Stelle, nach dem Ergebnis einer Verkehrszählung, provisorisch eine abknickende Vorfahrt Richtung Ortsrandstraße angelegt. Diese hat sich bewährt, deshalb soll der Verlauf der beiden Straßen dauerhaft umgebaut werden. Davon betroffen ist auch ein Radweg parallel zu den Straßen. Deutlich und mit scharfen Worten kritisiert wurde von Ratsmitgliedern der Verlauf des Radweges zwischen Wörth und Jockgrim im Kreuzungsbereich, also im Tiefgestade. Gleich zwei Straßenquerungen sind nach jetzigem Stand vorgesehen, beide führen über die Landesstraße, einmal vor und einmal nach der Einmündung der Kreisstraße. Und beide müssen nacheinander benutzt werden, um den Radweg durchgängig von Nord nach Süd oder umgekehrt befahren zu können. Bisher war dies mit nur einer Querung für Fußgänger und Radfahrer möglich. Diese verlief quer über die Kreisstraße, am Fuß der abschüssigen Strecke vom Hochgestade in das Tiefgestade. Sabine Baumann, Ortsbürgermeisterin, hatte vor der Ratssitzung mit einem Mitarbeiter des Landesbetriebs telefoniert, um den Grund für die neue Streckenführung des Radweges zu erfahren. Sie habe folgende Antwort erhalten, berichtete sie: Dort, wo der Radweg bisher am unteren Hang die Straße querte, würde durch einen Übergang mit einer Insel in der Straßenmitte die Straße zu breit ausfallen. Das würde zu hohe Eingriffe in die Natur rechts und links der Straße bedeuten, der Naturschutz hätte da nicht mitgemacht, so der LBM. Weitere Änderungen seien geplant. So gibt es nur noch einen kleinen Verweilplatz am Waldrand, die Einfahrt zu dem Rastplatz wird von Hang weg an die Landesstraße verlegt, die bisherige Einfahrt wird durch Findlinge blockiert. Einen Kreisel lehnte der LBM ab, da er nur dreiarmig gewesen wäre; er hätte auch mehr Fläche verbraucht als die jetzige Lösung. Und der Kreisel hätte keine Leitfunktion, Autofahrer sollen nämlich Richtung Ortsrandstraße geleitet werden und nicht durch das Hinterstädtel fahren. „So ein Humbug, so ein Mist“, urteilte Konrad Milli (CDU) über den geplanten Radweg-Verlauf. Die Querung sei doch viel zu kompliziert, meinte er und rief den Rat auf: „Wir sollten uns dagegen wehren!“ Dem stimmten Erich Keiber (SPD) und Cord Waltke (Bürger für Jockgrim) sofort zu. Nils Rehfeld (Grüne) argumentierte: „Wenn die Querung wie bisher oben bleibt, brauchen wir doch unten, neben der Einmündung, viel weniger Fläche, das ist doch klar.“ Und German Guttenbacher (CDU) geht davon aus, dass „diese Verkehrsführung von Radfahrern nicht angenommen wird“. Nur Heiko Böhner (Bürger für Jockgrim) fand die Lösung gut. „Die Gefahrenpunkte, die es bisher gab, sind weg.“ Mit einer Nein-Stimme und einer Enthaltung lehnte der Rat schließlich die Pläne ab. Der Gemeinderat wählte in seiner Sitzung auch die vier Personen, die die Ortsgemeinde in den Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde entsendet. Insgesamt hatten sich acht Frauen und Männer gemeldet und erklärt, dass sie gerne im Seniorenbeirat mitarbeiten würden. Vier zogen ihre Kandidatur zurück, nachdem klar war, dass sich mehr als die erforderlichen vier Personen gemeldet hatten. Die vier jetzt Gewählten stellten sich dem Rat vor. Alle warn bereits im karitativen und sozialen Bereich tätig, beruflich oder ehrenamtlich. Nach der einstimmigen Wahl aller vier schlägt Jockgrim jetzt vor: Wolfgang Hoffmann, Viola Reichling, Renate Rieke und Ulrich Seiffert. |bic