Kandel
Peter Baron schiebt gerne mal eine ruhige Kugel
Als versierter Kaufmann, erfolgreicher Bauträger und langjähriger Kommunalpolitiker weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Kandel hinaus bekannt ist Peter Baron. An das Ladengeschäft vor der Ampel in der Kandeler Hauptstraße, dort wo sich heute die Geschäftsstelle der VR Bank Südpfalz befindet, werden sich noch viele erinnern. Es wurde gegründet von seinem Großvater August, danach geführt von Vater Otto und dessen Ehefrau Christel, den Eltern von Peter Baron.
„Beim Baron“ gab es nicht nur Baustoffe, sondern auch Maschinen und Haushaltswaren. Auf gute und sachkundige Beratung wurde stets wert gelegt. Doch das Geschäft in der Innenstadt ist längst Geschichte. Schon 1973 gründete er die „Wohnbau Baron“ und errichtete beispielsweise in Bad Bergzabern eine markante Wohnanlage. Der OBI-Markt auf dem Horstgelände folgte zu Beginn der 1990er Jahre. Der ist seit Jahren geschlossen. Im früheren OBI-Gebäude aber befinden sich noch Büros der „RI-BA Bauträger- & Handelsgesellschaft“, die zwischenzeitlich in den Stadtkern umgezogen ist.
Von Kandel nach Köln und zurück
Fast täglich ist Peter Baron mindestens für einige Stunden in Kandel, wenn er nicht gerade an einer Baustelle nach dem Rechten sehen muss. Nur am heutigen Montag wird er eine Ausnahme machen: Denn heute feiert seinen 90. Geburtstag. Selbst für den rührigen Geschäftsmann ist das Grund genug, kurz inne zu halten, sich eine Pause zu gönnen, auch um Rückschau zu halten: Der 1934 als ältester von vier Söhnen geborene Peter wuchs in einer doch eher unruhigen Zeit auf. Eingeschult wurde er 1940 in Köln, weil man den Sohn dort beim Patenonkel sicherer wähnte. Kandel lag nahe an der französischen Grenze, der Zweite Weltkrieg hatte gerade begonnen. Als einige Zeit später jedoch die Domstadt, aus der seine Mutter stammte, bombardiert wurde, holte man Peter wieder zurück in die Südpfalz.
Für einen Kandeler Jungen war die Zugfahrt Ende der 1940er Jahre durchaus noch abenteuerlich, erinnert sich Peter Baron im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Morgens fuhr er mit dem Güterwaggon von Kandel nach Landau, wo er das Altsprachliche Gymnasium besuchte. Mittags fuhr ein Zug nur von Landau in Richtung Klingenmünster, wobei die Schüler aus Kandel schon in Rohrbach aussteigen mussten. Den restlichen Weg legten sie gemeinsam zu Fuß zurück – bei Wind und Wetter, sommers wie winters.
Früher als gewollt in elterlichen Betrieb
Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann, die Berufswahl war durch das elterliche Geschäft quasi „vorbestimmt“, wollte Peter Baron unbedingt noch nach England, denn im Berufsleben brauchte man Englischkenntnisse. Doch es kam anders: Der frühe Tod des Vaters zwang ihn zum Eintritt ins elterliche Unternehmen. Bau und Betrieb des OBI-Marktes folgten ab 1994, das Anwesen in der Hauptstraße wurde an die VR-Bank verkauft. Mit seiner Firma „RI-BA“ baute Baron in den letzten drei Jahrzehnten viele Häuser und Wohnungen. Hinzu kam der Verkauf von Bauplätzen rund um Kandel. Zwischenzeitlich hat Sohn Jean-Pierre die Geschäftsführung der Gesellschaften übernommen und als Investor und Bauträger nicht nur in der Region auf sich aufmerksam gemacht.
Doch Peter Baron war nicht nur ein bekannter Unternehmer, sondern in jungen Jahren auch ein guter Sportsmann. So erzielte er in seiner Jugend Bestleistungen im Speerwurf, Kugelstoßen und Diskuswerfen, spielte zehn Jahre lang auch Feldhandball. Als der „weiße Sport“ in Kandel Einzug hielt, wählten ihn die Gründungsmitglieder der neuen „Tennisabteilung im TSV Kandel“ schon 1967 zu ihrem Vorsitzenden. Das blieb er zehn Jahre lang, auch nachdem sich die Tennisspieler 1972 in einem eigenen Tennisclub zusammengeschlossen hatten. In dieser Zeit schuf man die beiden ersten Tennisplätze hinter dem Bienwaldstadion.
Langjähriges Parteimitglied
Schon bald interessierte sich Baron auch für die Kandeler Kommunalpolitik. 1962 trat er in die CDU ein, die ihn erst kürzlich für seine mehr als 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet hat. In den folgenden Jahren war er als Ratsmitglied in der Stadt, Verbandsgemeinde und im Kreis engagiert. In einigen Legislaturperioden war Baron auch Fraktionsvorsitzender in Stadt- und Verbandsgemeinderat. Mehr als 30 Jahre lang gehörte er dem Verwaltungsrat der Sparkasse an.
Dass er in seiner Freizeit seit sieben Jahrzehnten auch in einem Kegelclub aktiv ist, wussten bisher nur wenige. Ein weiteres Hobby: die Jagd. Den Jagdschein erwarb Peter Baron 1972. Danach bejagte er drei Jahrzehnte lang das Revier Steinfeld im Bienwald. Einige Zeit war er auch Präsident des Lions-Clubs Kandel-Wörth, zu dessen Mitbegründern er zählt. Obwohl Peter Baron lange schon in Bad Bergzabern wohnt, fühlt er sich seiner Heimatstadt Kandel noch sehr verbunden, ist bei vielen Veranstaltungen vor Ort und verfolgt sehr genau, was sich hier tut.