Kreis Germersheim Persönlicher Kontakt wichtiger als Internet

Den Schreibtischstuhl hat Engelbert Beiser inzwischen gegen den Sattel seines Rennrads eingetauscht.
Den Schreibtischstuhl hat Engelbert Beiser inzwischen gegen den Sattel seines Rennrads eingetauscht.

Der Weltspartag am 30. Oktober war der letzte Arbeitstag von Engelbert Beiser, der zum November als Regionaldirektor der VR Bank Südpfalz eG in Kandel ausgeschieden ist. Passend, findet Beiser: Schließlich konnte er sich so von vielen Kunden verabschieden. Schließlich seien es diese vielen persönlichen Kontakte gewesen, die seine Tätigkeit besonders gemacht haben.

Seit 2001 war Beiser als Regionaldirektor mit der Vollmacht Prokura ausgestattet unter dem Vorstand angesiedelt; er ist Repräsentant des Regionalmarktes Kandel mit Hagenbach und Wörth. Zu den Aufgaben gehören außerdem Personaleinsatz, Steuerung und Vertrieb der Bankprodukte, von Bausparen über Geldanlagen bis Versicherungen. „Das ist ein spannendes Gebiet, Gesetzesänderungen sind zu beachten, Marktbeobachtung ist wichtig, und der Blick auf die wachsende Internet-Konkurrenz unerlässlich“. In der persönlichen Beratung könne jedoch auch heute ein Mitarbeiter Wünsche, Möglichkeiten und Risikoneigung des Kunden ausloten. „Da kann kein EDV-Programm mithalten, die Kunden haben Vertrauen zu uns, und wir haben einen guten Namen zu verlieren“. Das zeigte sich auch in der Bankenkrise, betont Beiser. Hier hätten vor allem die Großbanken Ansehen verloren, weniger die regionalen Institute. Deren Spareinlagen seien sicher, denn das Geld bleibe überwiegend in der Region und trage erheblich zur Gesamtentwicklung bei. Rückblicke beginnen bei Engelbert Beiser bei seiner Ausbildung bei der Raiffeisenbank Gensingen/Rheinhessen. Es gab noch ein Warenlager, man hatte von der Pike auf mitzuarbeiten, „garantiert sind Millionen durch meine Hände gewandert, als wir noch Münzen und Scheine per Hand zählen mussten“. 1981 kam Beiser nach Rülzheim, wurde später Leiter der Geschäftsstellen Scheibenhardt und Berg und erinnert sich noch gern an Kontakte zu „fleißigen“ Spargelbauern und „dankbaren“ Grenzgängern. Durch ständige Veränderungen war die Arbeit niemals langweilig. Neuorganisationen, wie 1994 die Fusion der Raiffeisenbank Südpfalz mit der Volksbank Landau zur heutigen VR-Bank waren zu bewältigen, der Euro ist gekommen, und viele Routinearbeiten sind durch die EDV verschwunden. Der 57-Jährige erzählt voll Elan, noch ist nicht ganz in der Zukunft des Ruhestands-Daseins. Dieses frühe Ausscheiden wird durch eine Betriebsvereinbarung möglich, nach der Ansparungen auf einem Lebensarbeitszeitkonto zusammen mit selbst finanzierten Anteilen die Lücke bis zur vorgezogenen Altersrente überbrücken. Noch hat Beiser keine Pläne für das „Leben nach der Bank“, aber auch keine Panik. Er ist recht sportlich, war früher Marathonläufer und freut sich auf lange Touren per Rennrad vom Wohnort Kapellen-Drusweiler durch die Weinorte der Pfalz. Und wenn’s ein wenig weiter sein darf, dann wäre eine Nordkap-Tour per Postschiff schön. „Sport und Geografie hätte ich vielleicht auch gerne studiert“, sinniert Beiser, merkt aber schnell an: „Doch die Bilanz meines Arbeitsleben ist recht positiv“.

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