Kreis Germersheim Parkbuchten ärgern Nachbarn

Die Parkbuchten sind ein Versuch, den der Ortsbeirat gerne vorzeitig abbrechen würde.
Die Parkbuchten sind ein Versuch, den der Ortsbeirat gerne vorzeitig abbrechen würde.

Keine Lösung in Sicht! Jedenfalls keine, mit der alle Beteiligten rundherum zufrieden sind. Auf diesen Nenner bringen kann man die Diskussion um ein leidiges Thema, mit dem man sich in Schaidt seit geraumer Zeit herumschlagen muss: Die Parkbuchten in der Speckstraße, die versuchsweise auf die Dauer von einem Jahr eingerichtet wurden.

Zwei Parkbuchten auf einer Straßenseite, auf dieser befindet sich auch ein Döner-Imbiss, haben schon viel Ärger gebracht. Vor allem betroffen fühlen sich die Anlieger auf der gegenüberliegende Straßenseite. Einer von ihnen, Jürgen Wünstel-Lemke, hat sich jetzt an die RHEINPFALZ gewandt. Er beschwert sich über Belästigungen, vor allem durch Kunden des Dönerladens. „Diese fahren vor, halten auch außerhalb der Parkboxen, selbst wenn diese frei sind, kaufen ein und hauen dann die Türen ihres Autos zu.“ Mitunter ließen sie auch Abfall liegen, so manche Tüte sei bei ihm über das Hoftor geflogen, so Wünstel-Lemke, der auch „Wildpinkler“ auf seiner Straßenseite ausgemacht haben will. Die Lärmbelästigungen übersteigen nach seinen Angaben vor allem nachts die Grenzwerte. Insgesamt, so Wünstel-Lemke, sei es für seine Frau und ihn kaum mehr auszuhalten. Er habe seinen Anhänger für längere Zeit auf einer der Parkbuchten abgestellt, dann weggefahren und auch mal, wie er einräumt, auf Empfehlung im „Ziegelfeld“ abgestellt. Dort seien aber die Reifen platt gewesen, so dass er sich jetzt einen privaten Abstellplatz gesucht habe. Das Ein- und Ausfahren aus seinem Hof sei wegen des massiven Verkehrs und den rücksichtslos parkenden Autos kaum möglich, ist Wünstel-Lemke empört. Die beiden Parkbuchten haben auch mehrfach den Ortsbeirat beschäftigt. Hier wurde der Wunsch formuliert, diese Boxen wieder zu entfernen, und zwar vor Ablauf der Versuchsfrist. Dagegen war das Ordnungsamt der Stadt Wörth. Hier weist man darauf hin, dass die Speckstraße eine Kreisstraße (K 15) sei, und der Ortsbeirat nicht einfach Änderungen beschließen könne. Verkehrsrechtliche Anordnungen müssten von der Stadt mit dem LBM Speyer und der Polizei abgesprochen werden. Hier sei man nicht geneigt, die Boxen wieder zu entfernen, die vor Monaten erst aufgezeichnet worden sind. Die Stadt hat vielmehr für die beiden Parkbuchten im Bereich Speckstraße 42 und 44 eine zeitliche Befristung von einer Stunde angeordnet. Die Beschilderung erfolgt durch den LBM. Das heißt für alle: Parkscheiben auslegen! Und nach einer Stunde spätestens wegfahren! Doch auch damit ist Anlieger Wünstel-Lemke nicht zufrieden. Denn die Probleme mit der Belästigung durch die Kunden des Dönerladens und den von diesem ausgehenden Geruchs- und Lärmemissionen würden ja nicht beseitigt. Wie aber kann das Problem gelöst werden? Nicht nur hier, sondern immer stärker auch andernorts, müsse man feststellen, dass die Autobesitzer zwar einen Führerschein für das Fahrzeug erworben haben. Was vielen fehle, sei eine Bedienungsanleitung für die Hoftore. So ungefähr formulierte es eine Anwohnerin bei einer Bürgerfragestunde im Ortsbeirat, als es um das Parken in der Speckstraße ging. Was sie damit sagen wollte, war jedem klar. Wenn alle die Stellflächen in den Höfen nutzen würden, wären die Parkboxen nicht dauerhaft blockiert, und Besucher könnten ihre Autos abstellen. Da es aber keine Mittel gibt, die Autobesitzer – beileibe nicht nur in Schaidt – dazu zu zwingen, schaukeln sich die Konflikte immer wieder hoch. Man werde sich, so der Schaidter Ortsvorsteher, in nächster Zeit noch einmal mit dem Parken in der Speckstraße beschäftigen und hoffe auf eine „bessere Lösung“. Nach Ende des Verkehrsversuchs, so die Ordnungsverwaltung der Stadt Wörth zur RHEINPFALZ, werde über das weitere Vorgehen entschieden. So hielt man es auch in einem ersten Teil der Speckstraße zwischen Ortseingang aus Richtung Langenberg bis zur Einmündung Waldstraße/In den Boschgärten. Dort hätten sich die Parkbuchten bewährt, so die Stadt. Wichtig wird jedoch sein, dass sich die Anwohner arrangieren müssen. So interpretiere die Polizei Wörth, von Wünstel-Lemke mehrfach um Hilfe gebeten, die Straßenverkehrsordnung anders als er selbst. Eine Lösung, die für alle nur Vorteile bringt, ist noch nicht in Sicht, womit wir wieder am Anfang wären.

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