Kreis Germersheim Pappelverkauf bringt Geld in die Forstkasse

Placeholder-Image

In Abwesenheit von Ortsbürgermeister Roland Bellaire verabschiedete der Gemeinderat von Neupotz den Forsthaushalt sowie die Haushaltssatzung, stimmte der Änderung bestehender Pachtverträge zu und nahm noch verschiedene Anregungen seitens der Verwaltung und von den Ratsmitgliedern entgegen.

Revierförster Tobias Emer war gekommen, um den Forsthaushalt vorzustellen, der im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Änderungen aufweist. Eine Besonderheit im laufenden Jahr ist eine Umstellung in der Rechnungsführung der Stadt Wörth. Dadurch fallen Lohnkosten in diesem Jahr zweimal an. Bisher wurde dieser Posten im Folgejahr berechnet, nun soll die Abrechnung im aktuellen Jahr erfolgen, erläuterte Emer. Dadurch fällt das Minus um rund 5000 Euro höher aus und beträgt insgesamt 9100 Euro. Da sich an den fixen Beträgen wie Holzeinschlag und -verkauf, Mieten und Pachten sowie notwendigen Ausgaben für den Wegebau nicht viel ändern wird, kann gegen den negativen Saldo nicht viel unternommen werden. „Mein langfristiges Ziel ist es natürlich davon weg zu kommen. Zunächst müssen aber die Maßnahmen im Wegebau fortgeführt werden“, sagt Emer. Durch den zielgerichteten Einschlag von kranken Eschen sollen die Verluste in diesem Bereich minimiert werden. Bei der Wiederaufforstung werden in einigen Bereichen Erlen und Weiden (Schiffsanlegeplatz Lusoria) gepflanzt, anderorts werden Pappeln gepflanzt. Diese habe zum einen wirtschaftliche Gründe und sei zum anderen den Standorten geschuldet, erklärt Emer auf Nachfrage. Vereinzelt könne man Eichen dazu pflanzen, allerdings sei deren Anschaffung und Pflegeaufwand deutlich teurer. Der Verkauf von rund 600 Festmetern Pappelstämme mache zudem ein Großteil der jährlichen Erträge aus. Der Haushaltsplanentwurf weist für 2018 einen Fehlbetrag im Ergebnishaushalt von 527.084 Euro auf. Der Finanzierungsbedarf im Finanzhaushalt beläuft sich auf insgesamt 1.076.466 Euro. Der größte Teil davon wird mit 850.000 Euro für den Neubau/Anbau des Kindergartens gebraucht. Kritisch gesehen werden im Rat die steigenden Umlagen an die Verbandsgemeinde Jockgrim und den Kreis. „Die Handlungsspielräume für die Gemeinden werden immer enger“, so das einhellige Credo im Rat. Zwar stehe Neupotz im Vergleich mit anderen Gemeinden noch gut da, aber ein „weiter so“ sei nicht zukunftsfähig. Eine Diskussion über Einsparpotenziale möglichst vor der nächsten Haushaltsdebatte wird als dringlich erachtet. Auch an Verbandsbürgermeister Karl Dieter Wünstel erging die Bitte, Einsparpotenziale in der Verbandsgemeinde zu prüfen. Natürlich sei dies auch für die Verbandsgemeinde ein Thema, entgegnete Wünstel, der an der Ratssitzung teilnahm. Verschiedene Bereiche stünden auch dort auf dem Prüfstand. Joachim Burger (CDU) wollte bei aller Kritik und enger werdenden Spielräumen auch den positiven Aspekt, dass nämlich die liquiden Mittel der Gemeinde gestiegen sind, nicht unerwähnt lassen und der Verwaltung für einen soliden Planentwurf danken. Mit einer Gegenstimme wurde der Haushaltsplan verabschiedet.

x