Maximiliansau
Ostergarten: Zeitreise in die Vergangenheit mit allen Sinnen
Auf eine Zeitreise, die etwa 2000 Jahre in die Vergangenheit führt, geht es noch bis Ostermontag, 21. April, im Ostergarten im Pestalozzihaus in Maximiliansau. Bei Führungen werden hier Szenen aus der Passions- und Ostergeschichte lebendig.
Plötzlich steht da ein König
Die geführte Zeitreise beginnt auf einem Markt vor den Mauern der Stadt Jerusalem. In verschiedenen Räumen sind Früchte, Gewürze und gefüllte Krüge zu besichtigen. Ehrenamtliche Helfer nehmen seit dem 24. März Familien, Freundesgruppen oder auch Einzelpersonen mit zum Ursprung der Osterzeit. So auch Susanne Nachbar-Geiger. Als Erstes führt sie im historischen Gewand eine 6. Klasse der Carl-Benz-Gesamtschule Wörth, wo sie Lehrerin war, durch den Ostergarten. Nachbar-Geiger erzählt, Musik wird eingespielt. Trockenfrüchte aktivieren einen weiteren Sinn. Zudem soll jeder einen Stein nehmen, ein Symbol für etwas, das einem auf dem Herzen liegt, das man mit sich trägt. Als König tritt eine weitere Figur ins Rampenlicht, bei der ersten Führung verkörpert von Pfarrerin Ariane Guttzeit.
So geht es hinein in einen dunklen Raum. Weiße und weinrote Tücher kleiden die Wände. Auf einer langen Tafel brennen Kerzen. Das Abendmahl im festlichen Passahraum steht an. Gemeinsam wird der Geschichte vom letzten Abendmahl Jesu und seinen Jüngern gelauscht, ein Stück Brot gegessen und Saft getrunken. „Wie hättet ihr euch gefühlt, wenn ihr vom Verrat wüsstet und eure Kreuzigung bevorsteht?“ Diese Frage nehmen die Schüler mit in den nächsten Raum, der mehrere Szenen beherbergt. Es geht um die Verhaftung von Jesus, der Begnadigung des Mörders Barabbas, die Kreuzigung und den Tod Jesu. Detailreich haben die vielen Helfer der Protestantischen Kirchengemeinde die Ostergeschichte hier eindrucksvoll dargestellt. Das Kreuz im blauen Licht wirkt erdrückend.
Heller nach dunklem Raum
Ganz anders dann der Eindruck nach der kleinen Passage, die es zu durchschreiten gilt. Im Raum der Auferstehung ist es hell: Gelb-Töne, ein helles Himmelblau und viel Grün herrschen hier vor. Die Schüler staunen. Pflanzen sind zu sehen – und neue Szenerien. Für die Gestaltung hier ist vor allem Conny Drössler, die ehemalige Leiterin der Kita Villa Regenbogen, verantwortlich. Sie war schon bei früheren Ostergärten hier im Pestalozzihaus aktiv. Die letzte Veranstaltung dieser Art fand vor sechs Jahren statt. In den letzten Jahren wurde die Ostergeschichte mit biblischen Erzählfiguren umgesetzt. Nun also wieder der große Ostergarten, für die die Requisiten unter anderem vom Dachboden der Maximiliansauer evangelischen Kirche geholt wurden. Zwei Wochen lang wurde gebaut, gebastelt, genäht und dekoriert.
Die Schüler der Carl-Benz-Schule sind am Ende beeindruckt. Maja und Hannah hat die Gestaltung der Räume sehr gefallen. Sie haben auch ins Gästebuch geschrieben. Einem Jungen haben die Gebete besonders gut gefallen. Simon hat, wie die anderen, seinen Stein abgelegt. Er hat zudem einen Wunsch auf einen Zettel geschrieben und in eine Mauer gesteckt: Seine Katze soll wieder gesund werden, so seine große Hoffnung.
Mehr als 100 Führungen
Susanne Nachbar-Geiger fällt selbst ein kleiner Stein vom Herzen. Die erste Führung ist gelungen. Viele weitere, durchgeführt von ihr und anderen Helfer, werden folgen. Dass Nachbar-Geiger katholisch ist, ist kein Problem. Beim Ostergarten helfen Christen beider Konfessionen mit. Der Besuch steht allen Menschen offen. Mehr als 100 Führungen wird es geben, berichtet Pfarrerin Guttzeit. Und die Gäste kommen teils von weit her. Sogar aus dem Raum Pirmasens gab es eine Anmeldung. Für kleinere Kinder gibt es übrigens eine eigene Fassung, in der eine Erzählpuppe mit auf die Reise geht. Zudem gibt es meditative Führungen.
Info
Ostergarten 2025 im Pestalozzihaus Maximiliansau, Pestalozzistraße 12 (Eingang Tullastraße). Führungen auf Anfrage noch bis 21. April. Kontakt per E-Mail: pfarramt.max-hag@evkirchepfalz.de, Telefon 07271 4777 oder direkt im Pfarrbüro. Finanziert wird das Ganze über Spenden.