Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Optiker: Tränende Augen genauso wichtig wie Brillen

Die Gesellschafter der Schöttinger GmbH: v.l.n.r.: Sylvie Werling, Christian Schöttinger, Benjamin Werling, Julia Kiefer, Isabel
Die Gesellschafter der Schöttinger GmbH: v.l.n.r.: Sylvie Werling, Christian Schöttinger, Benjamin Werling, Julia Kiefer, Isabel Rihm, Miriam Schöttinger.

Die Anforderungen an Optiker haben sich verändert, sagt Miriam Schöttinger. Nun sei man eher Berater in Sachen Augengesundheit. Das steckt dahinter.

Der Handel im Internet hat auch die Arbeit von Optikern verändert, sagt Miriam Schöttinger, eine der Geschäftsführerinnen von „Wir sind die Brille Schöttinger“ in Kandel. Die Standardkäufe hätten sich ins weltweite Netz verlagert. „Aber wir haben uns auf die Besonderheiten spezialisiert“, sagt Schöttinger, die die Führungsposition 2016 von ihrem Vater und Firmengründer Karlheinz Schöttinger übernommen hat. Eine Standardmessung könne man in fünf Minuten durchführen, „dann passt das zu 80 Prozent“.

Doch dann gehe es um die Frage, ob der Kunde vielleicht noch an Erkrankungen leidet. „Wir sind mehr zum Berater in Sachen Augengesundheit geworden“, sagt Schöttinger. Viele Augenärzte seien überlastet, „da muss man was abfedern“. Ein Thema seien zum Beispiel trockene Augen, deren Ursache mit einer Tränenfilmanalyse und einem Screening für trockene Augen auf den Grund gegangen wird. „Das kommt täglich vor.“ Hier könne man zum Beispiel mit einer Lidrandpflege gegensteuern. Gerade bei Senioren gebe es mehr Beschwerden, bei denen man Fragen beantworten muss, die früher nicht beim Optiker gestellt wurden.

Auswirkungen der Bildschirmzeit

Auch seien heute die Erwartungen an das perfekte Sehen viel höher. „Das hat sich extrem gewandelt, weil auch die Auflösungen von Monitoren viel besser geworden sind“, sagt Schöttinger. Die Zunahme der Bildschirmarbeit und die stundenlange Nutzung des Smartphones zeigten noch andere Auswirkungen: Optische Funktionsanalysen ergäben immer wieder, dass junge Menschen ihre Augen oft nicht mehr gut auf unterschiedliche Entfernungen einstellen könnten.

Ein weiterer Punkt sei das Thema Vorsorge: Man sehe es Augen schon ab dem Alter von 40 Jahren an, ob es Tendenzen für spätere Erkrankungen gebe. Ärzte wüssten oft nicht, welche Gläser oder Linsenlösungen inzwischen auf dem Markt seien. Da sei es wichtig, dass es inzwischen eine gute Zusammenarbeit mit den Augenärzten gebe und man Rücksprache halte.

Viele Azubis bleiben

Das Unternehmen Schöttinger hatte 1981 in Bad Bergzabern als Familienbetrieb angefangen. Da Firmengründer Karlheinz Schöttinger aus Kandel stammte, kam dort im Jahr 1986 ein weiterer Standort dazu. Einige Jahre später übernahm ein Mitarbeiter die Filiale in Bad Bergzabern, die Familie Schöttinger konzentrierte sich auf Kandel. Von 2009 bis 2023 wurde das Thema Kontaktlinsen zusammen mit Sportbrillen und Sonnenbrillen unter dem Namen Soko in eine zweite Filiale in Kandel ausgelagert. Seit 2023 ist das komplette Angebot in Kandel wieder in einem Haus. Gleichzeitig wurde die Filiale in Landau eröffnet. „Damit hatten wir schon lange geliebäugelt“, sagt Miriam Schöttinger.

Stets versuche man, Mitarbeiter mit in die Verantwortung zu nehmen und am Unternehmen und der Gesellschaft zu beteiligen. Aktuell umfasst das Team insgesamt 32 Personen, dazu gehören auch Buchhaltung und Werkstatt. Über die Jahre gab es 21 Auszubildende, von denen sich zwölf noch im Betrieb befinden, sagt Schöttinger.

Das Unternehmen feiert sein Jubiläum am 12. und 13. Juni mit einer Hausmesse in Kandel.

Mehr zum Thema
x