Kreis Germersheim
Omikron-Variante: Über 90 Personen müssen in Quarantäne
Der erste Alarm kam am Dienstag: Bei einer erwachsenen Person aus dem Landkreis besteht der Verdacht auf eine Infektion mit der sogenannten Omikron-Variante, bestätigte die Kreisverwaltung auf Anfrage. Hintergrund sei wohl ein Auslandsaufenthalt, die betreffende Person habe „vorbildlich gehandelt“ und sich umgehend in Quarantäne begeben.
Doch am Donnerstagabend gab es eine zweite Meldung: Bei einer jugendlichen Person, die derzeit die 11. Klasse an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rülzheim besucht, sei eine Corona-Infektion aufgetreten, „bei der es sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit um die Omikron-Variante handelt“. Die beiden betroffenen Personen haben allerdings augenscheinlich nichts miteinander zu tun, können sich also nicht gegenseitig angesteckt haben.
Die Testergebnisse waren auffällig
Entdeckt wurde der Fall an der Schule, weil die junge Person erkrankt ist und entsprechende Symptome vorliegen. Ein PCR-Test war positiv. Doch nicht nur das: Die PCR-Tests werden im Labor routinemäßig einer Grobsequenzierung unterzogen, erläutert eine Sprecherin des Landkreises. Hierbei habe es Auffälligkeiten gegeben. Laut der Laborwerte könnte die Delta-Variante ausgeschlossen werden, weitere Tests werden nun folgen.
Die jugendliche Person befindet sich laut Kreisverwaltung in Quarantäne und hat ihre direkten Kontaktpersonen selbstständig informiert. Alle engen Kontaktpersonen würden außerdem von der Verwaltung ermittelt und möglichst bald getestet. Die Rede ist von zirka 90 Personen, die sich im Zuge dieser Ermittlungen jetzt in Quarantäne befinden. Der Großteil von ihnen seien die anderen Schüler der Klassenstufe 11 an der IGS Rülzheim, die sich jetzt komplett in Quarantäne befindet. Außerdem mussten sich einige Lehrer sowie Familienmitglieder „absondern“, wie es im Amtsdeutsch heißt.
Ansteckung geschah nicht im Kreis
Was wohl jetzt schon feststeht: Die junge Person hat sich nicht in der Schule, sondern außerhalb des Landkreises Germersheim angesteckt. In diesem Zusammenhang appelliert Landrat Fritz Brechtel, „alles zu meiden, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen“. Es gehe darum, Distanz zu wahren, Freizeitbeschäftigungen möglichst im Freien nachzugehen und bei engen Kontakten Maske zu tragen.
Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Omikron-Variante hochansteckend ist. Das wirkt sich auch direkt auf die Menschen aus, die sich jetzt – unabhängig vom Impfstatus – als Kontaktpersonen in Quarantäne befinden. Am Freitag wurden zunächst alle etwa 90 Kinder, Frauen und Männer getestet und mussten danach in Quarantäne bleiben. „Das weitere Vorgehen hängt davon ab, ob es sich um eine neue Virus-Variante handelt. Dies wird im Verlauf der nächsten Tagen zu entscheiden sein“, heißt es von der Kreisverwaltung. Auch das sogenannte „Frei-Testen“ von Infizierten ist nicht möglich, die Quarantäne dauert grundsätzlich 14 Tage.
„Ein hohes Maß an Eigenverantwortung aller Bürger und Bürgerinnen wird über den weiteren Verlauf entscheiden“, heißt es von der Kreisverwaltung. Die Landesverordnungen könnten nur als Mindestmaß verstanden werden, zu dem jeder einzelne durch eine zusätzliche Individualhygiene beitragen kann. „Dies ist notwendig und geboten, damit die Zahl der Quarantänen zu den Festtagen so gering wie möglich gehalten werden können.“
Die sogenannte Genomverifzierung, also der endgültige Nachweis für das Vorliegen der Omikron-Variante, steht zum Redaktionsschluss am Freitag in beiden Fällen noch aus.