Kreis Germersheim Ohne Grundschule gibt es auch keinen Hort
41 kleine Grundschulen stehen in Rheinland-Pfalz auf dem Prüfstand, darunter die Schule in Büchelberg (wir berichteten). Am Mittwoch hatten das Mainzer Bildungsministerium und die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) die Schulträger zu einer ersten Information eingeladen. Dabei zeigte sich, dass die Stadt Wörth ihre Hausaufgaben schon gemacht hat.
„Es gibt keine Vorentscheidung, es ist ein ergebnisoffener Prozess.“ Das haben der Wörther Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) und Büroleiter Tobias Simon von dem Termin mitgenommen. „Eine hochemotionale Sitzung ohne megagroße Erkenntnisgewinne“, umschreibt Nitsche. Die meisten Schulträger befänden sich noch in der Schockstarre. Viele Protestnoten wurden verfasst, aber bisher nur wenige Konzepte. Die sind jedoch notwendig, wenn die kleinen Schulen eine Zukunft haben sollen. In den Leitlinien des Bildungsministeriums heißt es, dass es laut Schulgesetz in jeder Klassenstufe mindestens eine Klasse geben müsse. Um Kosten zu sparen, müsse geprüft werden, ob in kleinen Schulen, deren Schülerzahlen geringer sind, ein „besonderer Fall“ vorliegt. Hier sind zunächst die Schulträger in der Pflicht. Für das Prozedere findet Nitsche lobende Worte: Die Gemeinden seien vorgewarnt und die Leitlinien schon als Entwurf weitergereicht worden. Die Verantwortung liegt bei den Schulträgern. „Wer die Schule behalten will, muss etwas tun.“ In der Stadt Wörth ist ein Konzept längst in Arbeit und wurde schon dem Büchelberger Ortsbeirat vorgestellt. Im Schuljahr 2016/2017 besuchten 32 Kinder in zwei Kombiklassen die Schule. Die Stadtverwaltung schätzt, dass im Schuljahr 2019/2020 die Schüleranzahl auf 35 steigen wird. Die Stadt rechnet mit Zuzug in den Ort und argumentiert unter anderem, dass die Schließung keine Einsparung brächte: Nachbarschulen müssen mehr Klassen einrichten, der Landkreis in Schülerverkehr investieren. Nach der Mainzer Veranstaltung soll das Konzept weiter ergänzt werden, sagt Simon. Ein Punkt, der herausgestellt werden soll: Unterrichtsausfall ist in Büchelberg kein Thema. Da im Kollegium die meisten Lehrkräfte in Teilzeit arbeiten, stocken sie bei Bedarf einfach kurzfristig auf. Stellungnahmen der Nachbarschulen, die die Schüler aus Büchelberg aufnehmen müssten, sollen eingeholt werden. Auch der Kindergarten soll stärker erwähnt werden, ebenso der Hort: Ein Wegfall der örtlichen Grundschule könnte auch das Ende des Hortangebotes in Büchelberg bedeuten. Doch genau das Dorf an sich soll laut Ministerium auch gewürdigt werden, sagt Nitsche. Schließlich würde es sich widersprechen, in die Dorfentwicklung zu investieren und eine Dorfschule zu schließen. Am 6. April soll der Stadtrat dem Konzept zustimmen. „Danach können wir es persönlich bei der ADD vorbeibringen“, kündigen Nitsche und Simon an. „Wir haben gemacht, was man machen kann. Das ist inhaltlich schon gut.“