Kreis Germersheim Noch immer hilft das Murmeltier
«WÖRTH.» Im November letzten Jahres hatte Sina Gander, Mitgründerin des Vereins „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Sitz in Wörth, dessen Ziel die Unterstützung von krebs-, schwerst- und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen ist, zu einer Typisierungsaktion „Hilfe für Martin Cunow und andere“ aufgerufen. 286 Leute – die RHEINPFALZ berichtete – waren in die Tullahalle Maximiliansau gekommen, um sich für die Spenderdatei der DKMS registrieren zu lassen. Was ist seitdem geschehen, und wie geht es Martin Cunow heute? Unser Mitarbeiter Dieter Wiebelt sprach mit ihm.
Vor zwanzig Jahren wurde bei mir ,Rhabdomyosarkom’, ein sehr seltener Weichteiltumor, festgestellt. Ich bekam eine Chemotherapie und dachte, es geschafft zu haben. Dann wurde 2005 mit ,Non-Hodgkin-Lymphon’ ein ganz anderer Krebs diagnostiziert. 2011 dann ,T-Zell Lymphom’ in der linken Leiste, aber mit Symptomen wie nach einem Schlaganfall. Seither laufe ich am Rollator und sehe Doppelbilder. Leider hat die eigene Stammzellentherapie nicht angeschlagen. Als letztes Jahr der ,T-Zell Lymphom’, diesmal rechte Leiste, zurück kam, war klar: Nur ein Fremdspender kann mir helfen. Der wurde dann unglaublich schnell gefunden. In diesen Tagen muss ich also tatsächlich auch an mich denken und für mich kämpfen. Ich habe in den vergangenen zwanzig Jahren schon viel durchgemacht, und mir steht – hoffentlich – noch Einiges bevor. Aber ich habe Freunde, die mir Kraft geben. Wurde Ihr Spender bei der Typisierungsaktion in der Tullahalle Maximiliansau gefunden? Kann sein. Ich glaube aber, eher nicht, da Heidelberg noch in der Zentralen Knochenmarkspenderdatei suchte. Von der DKMS weiß ich, dass zumindest bis jetzt zwei Spender für einen anderen Krebspatienten in Frage kommen. Für mich wurden jedenfalls zwei passende Spender in der Zentralen Knochenmarkspenderdatei gefunden. Dies zeigt wieder einmal, wie wichtig Typisierungen sind. In Heidelberg wurde der am besten geeignete Spender ausgesucht. Ich bekam Antikörper, damit der Krebs nicht weiter wächst, außerdem Ganzkörperbestrahlung und Chemotherapie. Am 22. März war dann die Stammzellübertragung. Wenn alles gut geht, lerne ich meinen Retter nach zwei Jahren Sperre vielleicht kennen. Wie geht es Ihnen jetzt? Es sind jetzt vier Monate her und ich hätte niemals gedacht, dass die Therapie so perfekt anschlägt. Unfassbar! Klar hatte ich kleine Nebenwirkungen, wie eine ,Graft-verus-Host-Reaktion’. Da haben die ,T-Lymphozyten’ gegen meinen Organismus reagiert. Das haben meine Ärzte schnell in den Griff bekommen. Jetzt noch das Kreislaufproblem hinkriegen, und alles ist bombe. Bleibt Ihr Verein aktiv? Ja, es grüßt noch täglich, das Murmeltier. Wir haben über ,Radio Regenbogen’ mit 13.000 Euro mitgeholfen, dass Noah einen geeigneten Transporter bekommt und freuen uns jetzt mit ihm. Auch mit Vanessa, die über Dolphin AID wieder mit Delphinen schwimmen kann, weil sie über uns mit Versteigerungen in Facebook 3350 Euro sammeln konnte. Vom Lions Club Fidelitas Karlsruhe haben wir für den Verein eine Spende von 5000 Euro, von denn`s Biomarkt in Aschaffenburg bei der Neueröffnung 500 Euro bekommen. Zum einjährigen Vereinsjubiläum wollten wir im Juli in der Festhalle Wörth feiern. Durch meine Therapie und Kreislaufprobleme mussten wir dem Zeitdruck Tribut zollen. Aber nächstes Jahr wollen wir mit der Bevölkerung feiern. Info Verein „Und täglich grüßt das Murmeltier e.V.“; Vorsitzender Martin Cunow, Kassenwartin Esther Wünschel. Spendenkonto: IBAN DE16548625000007219547; BIC: GENODE61SUW; E-Mail: kontakt@murmeltier.de. Noch ein Vierteljahr offen ist das DKMS-Spendenkonto DE59 5486 2500 0101 0705 41, Stichwort: Martin.