Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Angebot: Offene Friedenskirche

„Hereinspaziert in die Offene Friedenskirche!“ Pfarrer Walter Riegel freut sich auf Besucher.
»Hereinspaziert in die Offene Friedenskirche!« Pfarrer Walter Riegel freut sich auf Besucher.

Seit einem Jahr gibt es in Wörth wieder eine protestantische Kirchengemeinde, nachdem die Friedenskirche auf dem Dorschberg und die Christuskirche in Alt-Wörth zu einer Gemeinde zusammengelegt wurden.

Das veranlasste Pfarrer Walter Riegel, der bisher für die Gemeinde der Friedenskirche zuständig war, zu einem besonderen Angebot auf dem Dorschberg: der „Offenen Friedenskirche“.

„Hier gibt es kein Pfarrbüro mehr, die Leute auf dem Dorschberg haben also keinen direkten Ansprechpartner, wenn sie bestimmte Fragen oder Probleme haben, sondern müssen in den Ort in die Ottstraße, wo nun das Pfarrbüro ist“. sagt Riegel im Gespräch der RHEINPFALZ. „Deshalb kam mir diese Idee, und nach Absprache mit meinem Kollegen Andreas Pfautsch und dem Presbyterium habe ich das Angebot der „Offenen Friedenskirche“ umgesetzt. Somit müssen die Dorschbergler nicht mehr unbedingt in den Altort, wenn sie Fragen haben oder Informationen brauchen. Sie können ohne Anmeldung einfach zum Gespräch vorbeikommen oder auch die Ruhe der Kirche nutzen, sich entspannen oder beten.“

Mal reinschauen oder beten

Seit September gibt es diese Möglichkeit der „Offenen Friedenskirche“ jeden Dienstag und Mittwoch von 10 bis 12 Uhr. Die Resonanz ist bisher unterschiedlich. „Manchmal kommen Leute – auch Schüler – vorbei und wundern sich, dass die Tür offen steht, gucken einfach mal rein und freuen sich, dass die Kirche offen ist.“ Andere – Frauen hauptsächlich – suchten die Ruhe oder hielten ein stilles Gebet. „Sie sprechen aber auch mit mir über Probleme im engeren Familienkreis wie einen Todesfall, der nach Jahren noch belastend ist.“ Manche Leute kämen auch öfters, manche auch zu zweit. In der Regel habe er jede Woche Besuch.

In der Adventszeit war im Vorraum die Krippe von 17 bis 22.00 Uhr beleuchtet. „Das fanden viele Vorbeigehende schön und sagten es mir. Einige kommen auch auf einen Sprung nach dem Einkaufen vorbei und trinken einen Kaffee oder einen Tee“, erzählt Riegel. „Man sieht, dass das Angebot wichtig ist. Wir müssen einfach Wege finden, Kirche sichtbar zu machen, dass man die Menschen auch anspricht“, meint der Seelsorger.

Kirchenaustritt rückgängig gemacht

Er erzählt von einem Mann, der vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten war. „Nach der Beerdigung seiner Frau war er angetan von meiner Ansprache, und wir kamen ins Gespräch. Einige Monate später habe er wieder in die Kirche aufgenommen werden wollen. Das sei in der „Offenen Friedenskirche“ geschehen.

Riegel weist auch auf die katholische Kirche hin, bei der die Türen der Gotteshäuser lange Zeit überall offen gestanden haben. Das sei aber heute nicht mehr so häufig der Fall, wozu auch Fälle von Vandalismus beigetragen hätten.

Trauer (mit)teilen

Der Pfarrer benennt noch ein weiteres Angebot der Friedenskirche: die Trauerbegleitung „Mit der Trauer leben“ sei ein offenes und kostenloses Angebot, wo sich alle 14 Tage mittwochs um 19 Uhr eine „Offene Trauergruppe“ mit Pfarrerin Vera Ettinger trifft. Dann heißt es: „Sie können mit uns und anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen erzählen, zuhören, erinnern, verarbeiten, bewältigen …“

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